Teil 4 und Abschluss
Gleich zu Beginn, bevor ich dieses Kapitel abschließen möchte. So Zufälle im Leben gibt es immer wieder. So war ich am Samstagnachmittag in meiner Stammkneipe. An einem langen Tisch saßen die „Eierlikör Runde“; die treffen sich einmal im Monat für „Eierlikör Trinken“. Vier Männer und zwei Frauen. Der jüngste (so um die 30+) machte einen tollen Spruch es ging nämlich um die Musterung. Und da haben in der Tat alle vier Männer (auch wenn es nur kurz war) allesamt zugestimmt oder auch gleiche Kommentare abgeben. Vielleicht hätten sie das Thema weiter besprochen, aber ich glaube die Zurückhaltung kam durch die Anwesenheit der zwei Frauen.
Es war halt warm und nur der jünger in diese Runde hatte eine kurze Hose. Er stand die ganze Zeit, der Rest saß. Und dann: „breitbeinig stellt er sich hin, die Hände zur Zeite“ und sprach darüber „So stand ich da auch bei meiner Musterung; die junge Ärztin bat mich meine Unterhose herunter zu ziehen damit Sie meine Eier betasten konnte“ „Hust Hust“; und die anderen Männer halt: „Ja wie bei mir“ „Ja dieser Eier Kram“ „Wir trinken doch gerne Eier Likör“;
Es erstaunte mich etwas, das in dieser lustigen Runde so ein Them aufkam. Den genauen Grund weiß ich allerdings nicht (ich habe zumindest aufmerksam versucht alles zu verfolgen); aber leider Nein, der Spuk war so schnell vorbei und sie redeten über anderes Zeug. Aber der jünger stand die ganze Zeit so breitbeinig da, irgendwie hatte ich das Gefühl, das er sich positiv von seiner damaligen Musterung beeinflussen ließ.
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Die Foren haben zunehmen auch die Anwesenheit der Frauen in den Vordergrund gerückt. Ein Buchautor hat das Thema sehr genau unter die Lupe genommen. Doch ist zu erkennen, dass sich immer mehr Wiederstand gegen die Musterung (auch die Wehrpflicht) regt.
Die Musterung wäre vielleicht zu etwas Gutes gekommen, schließlich hätte man so eine Art verpflichtende Untersuchung als Grundlage für ein System schaffen können; aber eben nicht mit dem Ziel der jetzt vielleicht kommen kann. Natürlich blicken viele Zurück; wir haben Bilder im Kopf von entwürdigen Musterungen (nackter Wehrpflichtiger“, ein Ritus, was uns beeinträchtigt. Ein langer Tisch mit Offizieren und Ärzten, nackte Rekruten vor dem Tisch, strammstehen. Begutachte wie Vieh.
Demütigung und Entwürdigungen waren in vielen Foren eine Art „Angst Schüren“ nicht nur in Deutschland. In den Weltkriegen waren das halt Massenabfertigungen, wie Vieh das schnell als tauglich zu erkunden ist. Man sorgte also mit gezielten Gerüchten dafür, dass viele Generationen die Musterung negativ hätten empfinden müssen. Mit „flauen Magen“ und aber auch „Hoffentlich werde ich ausgemustert“ „Wie kann ich mich ausmustern lassen“. In einigen Ländern gibt es so genannte „Ausmusterungszentren“; wo man praktisch für viel Geld die Ausmusterung bekommt. Ich war erstaunt, was für merkwürdige Ansichten so junge Leute dort haben. Nach dem Motto: Ich habe Plattfüße, muss ich dennoch zum Militär?“
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Aber auch ich wurde nach meiner Musterung als „Drückeberger / Vaterlandsverräter“ während meiner Zivi Zeit „ganz klein gemacht“. Mit vielen Schikanen und Frustrationen. In einem Forum las ich, das viele mit Polizei zwangs „Vorgeführt“ werden und sogar sollen diese Polizeibeamte bei der ganze Musterung aktiv zu gesehen haben. Nun viele Fantasien gibt es überall, daher kann man nicht alles glauben.
Aber eine richtige gute Aufklärung hätte mir damals gutgetan. Und nicht einfach so eine Pflichtveranstaltung. Meine eigene Musterung zu verweigern stand auf jeden Fall niemals zur Debatte. Auf gar keinen Fall; dafür war ich zu brav erzogen worden und bestimmte Pflichten waren für mich immer so an der Ordnung eines System verbunden.
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Immer wieder werden Szenen in den Vordergrund gestellt; nackt im Zimmer stehen; alles ohne Sichtschutz und begutachtet von Frauen, Männer und anderem Personal. Ich würde daher von meiner eigenen Musterung nicht von „Übergriffen oder missbräuchliches Fehlverhalten sprechen“. Auch nicht die Gesundheitsuntersuchung für den Zivildienst. Ich hatte niemals erwartet (hat mich auch keiner aufgeklärt“; dass ein Zivildienstler nochmals gemustert wird, obwohl man das nicht Musterung nennen darf. Das hatte ich damals schon als besonderen Druck angesehen. Warum wurden wir anders behandelt. Nein nicht anders, aber eben nicht so wie ich vermutete. Und die zum Bund gingen war es ebenso, eine Musterung in der Kaserne; Nun es zeigten sich parallelen die doch keine waren.
Geschlechtsneutrales Personal gab es überall nicht. Entweder Frauen dominierten, oder die Männer oder es war eher eine Zusammenstellung je nach Eignung der fachlichen Perspektiven.
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Die ganze Zeit brauchte ich nicht wieder zurück zum Umkleideraum, alles wurde von Station zur Station durchorganisiert. Meine Vorstellung zur völligen Nacktheit einer Kommission stehend, war wie verblasst.
Meine Hodenkontrolle:
Bei mir waren es zwei Herren, und vorgestellt haben die sich auch nicht. Was waren das für Herren; wieso keine typischen weiße Kittel. Nein, die sahen aus, als wären sie gerade von der Arbeit gekommen. Normale Zivillisten, es hätte jeder sein können. Die Frauen hatten zumindest alle weiße Kittel an, warum denn ausgerechnet diese beiden Herren nicht!
Und so verhielten die sich auch. Völlig gelangweilt. Saßen da hinter einem längeren Tisch, jedoch auf dem Tisch viele Akten und Unterlagen. Beide sahen gar nicht mich an, als wäre ich gar nicht da. Solche Langeweile habe ich nie vorhergesehen.
Die Aufforderung kam:
„Ziehen Sie die Hose ein Stück runter.“
Und ich zog meine Hose ganz runter!
Das schien ein grober Fehler gewesen zu sein. Erst jetzt blickt der eine zu mir. Er schrie war nicht, aber seine Aussprache war deutlich laut:
„Ich sagte ein Stück runter und nicht ganz ausziehen, das ist ein Unterschied“.
Also zog ich die Hose wieder hoch; aber nicht so weit hoch; ich meine ich war total verunsichert, wie hoch denn überhaupt: oder besser gesagt, wie tief soll diese denn hängen.
Dann stand dieser Mann auf und griff mit der einen Hand an meiner Leiste. Er berührte dabei nur ganz kurz meine Leiste – aber nicht meine Hoden und sagte im gleichen Vorgang:
„Bitte Husten.“
Brav wie ich war: Husten. Nicht stark, nicht laut, nicht intensiv.
Das hat vielleicht 3 Sekunden gedauert. Das war alles. Und der andere Mann hat nicht einmal hingeschaut, sondern völlige abwesend auf die Akten gestarrt. Ich dachte mir, was hat der denn für einen Job.
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Mir wurden also viele von Erzählungen dargestellten Funktionen von Hoden Untersuchung, bzw., Vorhaut usw. erspart. Ich habe oft darüber nachgedacht, was wäre gewesen, wenn die so ordentlich meine Hoden untersucht hätten oder meine Vorhaut. All das ist erst später beim Zivildienst passiert und das ganz krass mit viel Demütigungen und missbräuchlichen Verhalten von Ärzten.
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Und ehrlicherweise hatte ich mir vor der Musterung auch nicht wirklich Gedanken gemacht. Klar, wusste ich schon, dass eine Hodenuntersuchung Bestandteil der Musterung war, aber dennoch war es bei mir keine direkte Hodenkontrolle. Eher hatte ich den Eindruck das dieser Mann völlig lustlos seinen Job absolvierte und dabei wahrscheinlich froh war, wenn der Feierabend da wäre.
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Ein paar Tage später weiß ich noch, wie Ludwig mich darauf ansprach, ob es für mich auch so peinlich war, wie bei ihm. Ich meinte nur, Nein nicht peinlich aber die ganze Musterung war ein komisches Verhältnis. Ich wollte ihn auf keinen Fall mehr über meine eigene Musterung ihm mitteilen.
„Mensch die haben meine beiden Klöten derart befummelt.“
Dabei sehe ich noch heute seine rote Birne.
Ende