Hi, PatKatja,
danke für Deinen Kommentar und Deine Meinung. Ich gebe Dir in den meisten Punkten absolut recht !
Ich finde aber, der Umgang mit Patienten-Anliegen aller Art liegt voll in den Händen des Med.-Fachpersonals: Der Arzt/die Ärztin u.ä. handeln aufgrund ihrer Professionalität richtig im Sinne des Patienten und in ihrem eignenen Sinne. Das gilt auch für den ökonomischen Umgang mit der knappen Resource Zeit. Doch bevor ich mich hier weiter in der Theorie egehe, ein praktisches Beisspiel aus meiner Erfahrung für den professionellen Umgang mit einem "seltsamen Patienten-Anliegen" einer Ärztin:
Im Krankenhaus hatte ich neuich ein saugeiles Stethoskop-Erlebnis:
Am Sonntagabend saß ich im Besucherbereich, und da kam eine Ärztin vorbei. Langer weißer Arztmantel, schwarzes Rappaport lugt aus der Kitteltasche hervor; schlank, dicker blonder Zopf - sie sah aus wie eine klassische Ärtzin, wie wir sie so lieben ;-)
Am nächsten Tag kam genau diese Ärztin in mein Zimmer zu meinem Nachbarn. Sie sprach zweimal das Zauberwort "abhören" aus. Ich sah sie beim Abhören von hinten. Ich hatte plötzlich den Drang, sie zu bitten, mich auch mal abzuhören. Ich hatte all meinen Mut zusammen genommen - aber da war sie schon weg. Ich sah sie noch von hinten, das Stethoskop in der linken Hand, ich sah die Stethoskop-Schläuche.
Ich ging dann am selben Vormittag auf dem Flur spazieren, da sah ich sie im Arztzimmer am Rechner sitzen. Sie war allein im Raum. Ich dachte mir, dass ist die Gelegenheit, sie anzusprechen, wenn sie fertig ist und aus dem Zimmer gehen wollte. Mit kopfendem Herzen und hochrotem Kopf wartete ich auf sie. Dann stand sie auf und gung Richtung Tür: "Mein Name ist ....., darf ich Sie 'mal 'was fragen..." "Sind Sie mein Patient ?" "Nein, aber meine Frage hat auch damit nichts zu tun. Ganz kurz: Immer wenn ich ein Stethoskop sehe, werde ich total nervös und unruhig..." "Passiert Ihnen das bei einer Blutdruckmanschette auch ? Es gibt Patienten, bei denen gehen dann der Puls und Blutdruck durch die Decke, wenn sie so 'was sehen.", sagte sie lächelnd.
"Nein, bei mir ist es speziell das Stethoskop, das mich so wahnsinnig macht..." Ich war plötzlich wie in einem Rauschzustand und griff nach ihrem Rappaport in ihrer Kitteltasche. Sie drehte sich von mir weg und hielt ihre Kitteltasche zu. "Nein, das ist meins...!!!" "...aber das macht mich total irre, wenn ich das sehe!" Ich war wirklich wie in einem Rauschzustand. "Ich werde wahnsinnig von dem Stethoskop! Was soll ich denn tun ?!?!" "Ich hab jetzt Arbeit und muß zu meinen Patienten; ich schicke Ihnen einen Neurologen (wieso eigentlich Neurologen und nicht Psychologen ?!?) - wie war Ihr Name und Ihre Ziimmernummer ?" (anyway - .es kam aber eh niemand!) Sie rauschte mit wehenden Kittelschössen davon.
Voll professionell und souverain den "Angriff" abgewährt find ich!!! Stellt Euch bloß mal vor, sie hätte sich auf meinen Wunsch eingelassen !
Wollen mal sehen, was aus meinem Termin am 21. wird. Ich berichte.
Stethoskop-Grüße !