Ich hatte vor ein paar Jahren als Erwachsener über Monate hinweg ein Jucken am Poloch. Das kann schon ziemlich nerven, aber es ist erstmal nicht schmerzhaft, nur lästig. Habe den Arztbesuch daher lange hinausgezögert.
Schließlich doch meinen Hausarzt besucht. Da ich die Region etwas verklausuliert bei der Anmeldung schon angegeben hatte wurde ich in ein „besonderes“ Arztzimmer aufgerufen. Das sieht echt genau so aus, wie ein Spielzimmer der weißen Erotik: eine altmodische Körperwaage, EKG Untensilien, Irrigator-Vorrichtung. Das Zimmer ist deshalb besonders, weil man auch bei geöffneter Tür *nicht* den Patienten sehen kann. Es könnte ja gerade zum Beispiel eine EKG Messung laufen.
Als mich die Sprechstundenhilfe in den Raum führte meinte sie, „ich solle die betreffende Stelle schon mal frei machen“. 😬 Upsi! 🤭 Sollte ich den Arzt wirklich nackt empfangen? Das Kopfkino begann zu laufen: die mechanische Ganzkörperwaage, die schönen kardiologischen Instrumente. Eine gewisse Aufregung und Anspannung macht sich breit.
Ich bin dann doch erstmal angezogen geblieben … und das war wohl auch OK. Die Sprechstundenhilfe hatte in dem Moment vielleicht nicht realisiert, dass es *nicht* um ein EKG ging.
Ausgezogen habe ich mich dann später aber doch. Da der Internist nur eine klassische Untersuchungsliege hat bedeutet eine Untersuchung des Po zwangsläufig ein komplettes Ausziehen von Hose und Unterhose. Trage immer enge Jeans, da geht es auch nicht die nur ein Stück herunterzuziehen. Habe versucht, Schuhe, Hose und Unterhose möglichst elegant abzulegen. Die Untersuchung selbst erfolgte dann in Seitenlage auf der Liege.
👨⚕️ Der Arzt meinte, Madenwürmer könnten die Ursache sein. Der Nachweis erfolgt auch heute noch durch einen Klebestreifentest am Poloch. Der Abklatsch wird dann ins Labor geschickt. Heute war mein Glücktag! Das erste Mal gaaaanz authentisches WE auf Krankenschein. Der Arzt hat sich dann von der Sprechstundenhilfe eine Rolle Tesafilm bringen lassen. Als er mich bat, dass ich bitte die Pobacke etwas spreizen könnte habe ich mich wie in einer Playsession gefühlt. Ihm war das vielleicht sogar peinlicher als mir. Der Arzt hat dann mehrmals die klebrigen Seite des Tesafilms über das Poloch geklebt und abgezogen. Ein sehr, sehr irres Gefühl.
Erneut peinlich war es dann, als die Sprechstundenhilfe sehr gut verständlich für alle fragte, wie sie das Patientenetikett am Objektträger für die Einsendung in die Mikrobiologie anbringen sollte. Super, jetzt weiß auch das ganze Wartezimmer noch, dass ich *kein* EKG im Behandlungsraum #1 erhalten habe.