Wow, irgendwie beneide ich dich. Ein eigenes Haus und nicht nur eine Wohnung mit dünnen Wänden, wo man auf Hotels oder Ähnliches ausweichen muss, ist schon sehr verlockend und macht schon einen großen Unterschied.
Ich denke bei deiner zukünftigen Praxis werden die gleichen Dinge gelten wie bei jedem anderen Hobby-Raum auch, so seltsam es klingen mag. Natürlich ist vieles Geschmackssache, wie @PatKatja schreibt. Aber das gilt ja auch bei Modelleisenbahnen: Der eine mag das Ruhrgebiet, der andere die schwäbische Alb. Und natürlich gilt, dass das Ganze eine Seele haben muss, wie @FrauDoktor70 es beschreibt, also nicht nur deinen eigenen Stil, sondern viel mehr deinen Charakter und das Leben, mit dem du die Praxis füllen wirst, mit einfließen lässt. Beides sind sehr wichtige Aspekte, die man berücksichtigen sollte.
Aber aus ganz praktischer Sicht: Wie stellst du dir die Untersuchungen und Behandlungen vor, also welche Untersuchungen genau und welche Szenarien genau? Die Aufteilung von der du geschrieben hast (Sprechzimmer, Untersuchungszimmer, Toilette) klingt ja durchaus reizvoll. Das Sprechzimmer kann man ja unterschiedlich einrichten, aber ich würde versuchen eine Behandlungsliege unterzubringen. Dann kannst du kurze Voruntersuchungen schonmal dort durchführen, die Patientin kann sich schonmal schrittweise ausziehen, kann abgehorcht werden, ihre Temperatur kann gemessen werden und noch viel mehr. Die Atmosphäre kann sich von einem Gespräch auf Augenhöhe zu einer peinlichen Untersuchung verändern. In meiner Fantasie wäre das ein Raum mit warmer Ausstattung, viel Holz, aber auch ein Raum, in dem man nicht überrascht wäre, wenn Zubehör zur Disziplinierung der Patientin im Schrank zu finden ist.
Für den Untersuchungsraum würde ich ähnlich zweckmäßig vorgehen und überlegen welche Untersuchungen du durchführen willst und wie klinisch du die Atmosphäre haben willst. Ganz praktisch würde ich den Raum fließen, vielleicht sogar mit einem Abfluss in der Raummitte, falls das Haus das zulässt. Der gynäkologische Stuhl sollte natürlich nicht fehlen und entsprechend prominent platziert sein, aber gelegentlich kann man auch ältere Ultraschallgeräte und auch EKG-Geräte auf dem Gebrauchtmarkt finden, die erheblich zur Atmosphäre beitragen können. Ich persönlich fände es besonders reizend, wenn die Patientin bereits im Sprechzimmer an der Behandlungsliege erste Kleidungsstücke ausziehen muss bevor dann die Tür zum Untersuchungszimmer geöffnet wird, wo sie dann über die kalten Fließen nackt zum Untersuchungsstuhl gehen muss. Dabei könnte sie an einer Anrichte mit Spüle vorbeigehen, die natürlich praktisch ist wenn du dort Einläufe geben willst. Ein Schrank mit Schubladen eignet sich prima zur Aufbewahrung vieler Dinge (Instrumente, Sextoys aber auch Single-Use-items), die du über die Zeit ansammelst. Zu guter Letzt würde ich einen Instrumentenwagen vorsehen. Je nach Untersuchung kannst du dort präsentieren, worauf sich die Patientin "freuen" darf. Bei der Farbwahl würde ich tendenziell hell, aber kalte Farben wählen. Trotzdem sollte die Möglichkeit bestehen, den Raum gut zu heizen.
Bei der Toilette würde ich darauf achten, dass man die Tür schließen kann. Ein Waschbecken mit Spiegel, ausreichend Toilettenpapier, aber auch Feuchttücher und ein diskret platziertes Raumspray oder Duftkerzen werden bestimmt von manchen Patientinnen geschätzt. Hier würde ich definitiv darauf achten, dass die Patientin Privatsphäre haben kann und sich wohlfühlt.
Es wäre echt interessant zu sehen, wie du die Praxis schließlich einrichtest. Ich würde mich freuen, wenn du vielleicht Bilder hochlädst, wie sich das Projekt entwickelt.