Ich bekam als Kind von meiner Mutter nur gelegentlich einen Einlauf, das sich aber im jugendlichen Alter steigerte. Meine Mutter verwendete nur Glyzerin als Zusatz und ich bekam den Einlauf auch immer in Bauchlage von ihr verabreicht. Wir hatten so einen großen 2 Liter Metall Irrigator mit langem roten Gummischlauch daran. Am Schlauch war ein kürzeres Gummidarmrohr mit einem Zwischenstück aus Glas befestigt und der Schlauch wurde mit einer Schlauchklemme aus Metall verschlossen. Bilder davon sind in meinem Album zu finden.
Aber ich erinnere mich noch an einem Aufenthalt in den Sommerferien etwa Mitte der 70er bei meiner Tante die auf einem Dorf wohnte. Sie wusste von meinem Problematik mit den Verstopfungen Bescheid und so kam es auch, dass sie mich mal zur Dorfkrankenschwester brachte, als ich nach zwei Tagen immer noch keinen Stuhlgang hatte. Die Dorfkrankenschwester tastete meinen Bauch ab, dann meinte sie, dass da am besten ein Einlauf das Problem schnell beseitigen wird. Ich durfte ihr zusehen, wie sie den Einlauf vorbereitete. Sie nahm ein Stück Kernseife, schnitt mit dem Messer ein etwa Haselnuss großes Stück von der Kernseife ab, füllte eine kleine Schüssel mit warmen Wasser und schabte das kleine Stück Kernseife mit dem Messer in das Wasser. Dann rührte sie das Gemisch kräftig durch und bereitete den Irrigator vor. Es war fast der gleiche Irrigator wie ihn auch meine Mutter hatte, nur ohne Handgriff daran, aber auch mit dem langen Schlauch und dem Gummidarmrohr daran. Sie prüfte mit dem Finger, ob das Seifenwasser nicht zu Warm oder zu Kalt war und füllte es in den Irrigator. Sie sagte dass ich mit offenen Mund tief atmen soll, dann kann sich die Flüssigkeit besser verteilen. Da war der Einlauf auch schon fertig, die Schwester klemmte den Schlauch ab, stellte den leeren Irrigator auf den kleinen Tisch und zog das Darmrohr heraus.
In den 4 Wochen wo ich bei meiner Tante war, wurden wir noch drei weitere Male zum Einlauf bei der Dorfkrankenschwester vorstellig. Das waren auch meine vier einzigen Einläufe mit Seifenwasser, welche ich als Kind und Jugendlicher bekam. Später dann als Jugendlicher als ich mir auch schon selbst Einläufe machte, hatte ich es immer vermieden, Seifenwasser zu nehmen, es war mir einfach zu unangenehm.
So eine Klistierbirne aus Gummi hatten wir nicht, nur den Irrigator aus Metall und natürlich die Glyzerinspritze, welche auch heute noch meine liebsten Utensilien sind. Klar habe ich inzwischen auch mehrere Klistierbirnen aus Gummi,aber die nutze ich eher selten.
Größere Diskussionen vor einem Einlauf gab es eigentlich nie, da war meine Mutter sehr pragmatisch. Sie stellte mich dann einfach vor die Wahl, entweder einen Einlauf oder Rizinusöl. Ich nahm dann immer lieber den Einlauf, da ich das Rizinusöl gehasst habe wie die Pest und mich mit Händen und Füßen dagegen wehrte.
Sicherlich empfand ich den Einlauf als Kind auch nicht sehr toll, aber ich hatte nie Panik davor, wie ich es einige male im Krankenhaus bei anderen Kindern und Jugendlichen erleben durfte. Ich wusste ja, dass es zwar am Anfang etwas unangenehm wird, aber ich mich danach wohler fühle.