Einläufe von 1-2 Litern waren bis weit in die 80er hinein in Krankenhäusern noch üblich. Auch in Arztpraxen war der Einlauf noch weit verbreitet, besonders bei den Proktologen wie meiner. Da gab es noch Fertigkits wie etwa den "Klyx Magnum" Einlauf, der mit einem Volumen von 2000ml doch sehr groß war. Es stand sogar in der Anleitung, dass man den Einlauf mit mindestens 1,5-2 Litern machen muss, um den Darm vollständig zu entleeren.
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Dann gab es noch die abführenden Zusätze wie etwa "Dulcolax Spezial" als Zusatz für Barium Kontrasteinläufe, die auch gerne für Reinigungseinläufe davor verwendet wurden. Diese Reinigungseinläufe hatte ich auch schon damals öfter bekommen, mir hat es immer die Schweißperlen auf die Stirn getrieben, wenn die Wirkung des Abführmittels einsetzte und ich den Einlauf aber trotzdem mindestens 5 Minuten halten musste.
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Bis vor wenigen Jahren hat es noch den "Practomil" Einlauf gegeben, eine 5% Glyzerin Mischung zu 1000ml. Heute bekommt man glaube ich nur noch den "Clismasac" Einlauf für 2 Liter Volumen auch mit 5% Glyzerin, aber nur aus dem Ausland wie Italien.
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Bei uns war in den Krankenhäusern der klassische Einlauf mit 1 Liter und als Zusatz 5% Glyzerin oder Seifenwasser mit dem Irrigator üblich. Meine Mutter war ja Krankenschwester und auch Zuhause war der Einlauf bei uns in der Familie ein schnelles Mittel bei Verstopfung oder anderen Befindlichkeitsstörungen neben dem damals üblichen und von fast allen Kindern verhassten Rizinusöl. Ich bin als Schulkind und Jugendlicher oft genug in den Genuss dieser Maßnahmen gekommen, ob ich wollte oder nicht.
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