Der Arzttermin
Der Arzttermin III - das Belastungs EKG
Ich muss mir unbedingt einen neuen Termin ausmachen, Dr. Schröter, d.h. Vincent hat mir keinen neuen Termin mitgeteilt, er selber hat doch gesagt, mein Puls ginge zu schnell und wenn ich in mich hineinhorche, spüre ich, wie mein Herz stolpert, es hüpft, ich höre meinen eigenen Herzschlag, es ist unangenehm. Lange überlege ich, soll ich, soll ich nicht…ihn anrufen, ihn bitten? Mit zitternden Händen halte ich das Handy in meiner Hand, ich muss die Nummer nicht suchen, ich habe sie abgespeichert.
Wie komme ich darauf?
Es war nur eine kurze Szene im Abendprogramm, ein jüngeres Paar fällt sich im Kriegsgewitter um den Hals und vergisst all das, was um sie herum geschieht. Ich spüre den Kuss, ich schmecke seinen Atem, die Zunge und ich spüre die Erregung in mir, wie wild sie anklopft. Was macht das mit mir?
Die Szene ergreift mich, die zarte, blanke Haut der zwei Körper verschmelzen zu Eins, als ob ihnen kein Moment mehr bleibt auf dieser Welt, alles rennt weg und sie vergessen sich. Es wirkt auf mich, oder auf den mitfühlenden Zuschauer so, als gäbe es nur das Paar, nur die zwei Liebenden, sie vergessen, was um sie herum geschieht, das Chaos, der Groll und auch das es diese Verbindung eigentlich gar nicht so geben dürfte. Ein letzter Kuss, eine letzte Umarmung, ehe auch sie auseinandergerissen werden. Mein Herz beginnt zu klopfen, immer stärker und härter, wie kann das sein? Ich bin ergriffen, von so viel Sehnsucht, von Liebe und der Gier, die von Beiden ausgeht, das Schicksal, dass beide einholen wird.
Und ich?
Ich bin mittendrin- und dabei!
Ein lang vergessenes Gefühl, welches im Sog des Alltags und alles, was damit zu tun hat, fast in der Versenkung verschwunden ist, rüttelt mich auf. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich nach einer gefühlten Ewigkeit tiefenentspannt bin und mein Kopf frei ist, von allen Dingen, die mich blockieren.
Mit erdrückter, kehliger Stimme hauche ich am Telefon: „Ich bin´s Verena, ich bräuchte dringend einen Termin, Du weißt schon, mein Herz!“
Ich sehe ihn fast lachen! „Einen Privattermin?“
„Ja, das wird wohl das Beste sein, mit viel Zeit“.
„Mit viel Zeit? Natürlich, so ein Herz will ja ordentlich untersucht sein. Aber ich habe gar keinen Termin frei!“ Enttäuschung macht sich in mir breit.
„Bitte!“
„Samstag, 19 Uhr“
Ich fasse mir mit meiner Hand an meinem Hals und nicke, als ob er das hören kann, ich wiederhole: „OK, Samstag, 19 Uhr, über die Tiefgarage, ich werde kommen!“
In einem Nu bin erleichtert, der Stein, der mir vom Herzen fällt, ist wirklich riesig. Der Kloß im Hals hat sich gelöst, es fühlt sich gleich alles viel leichter und besser an.
Trotzdem geht es mir wie immer, wenn ich vor solchen Situationen stehe, ich kann nichts essen, ich bin hibbelig und ich stehe neben mir.
Es dämmert bereits, als ich am Parkplatz einbiege, ich brauche nicht erzählen, wie ich den Tag herumgebracht habe. Um die Nervosität zu zerschlagen und um die Zeit zu verringern, war ich Shoppen, bei der Maniküre und meine Beine sind frisch gewaxt und der Rest sowieso.
Vincent erwartet mich, ich bin außergewöhnlich pünktlich heute. Er schiebt mich gleich in sein abgedunkeltes Büro. Es steht kein Kaffee oder sonst irgendwas für mich bereit, stattdessen summt ein Apparat, viele kleine Lämpchen leuchten.
„Äh…mir geht es schon wieder viel besser!“
„Na, das wollen wir doch erstmal sehen, ich werde jetzt erstmal ein Ruhe EKG schreiben.“
Spielt er mit mir? Wer weiß, was das EKG zu sagen hat? Das ungute Gefühl steigt wieder in mir hoch und mein pochender Herzschlag stellt sich wieder ein.
„Zieh dich bitte aus, und zwar ganz!“
Er meint es ernst, wozu habe ich all meine Vorbereitungen getroffen?
Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das nun ein Test, ein Scherz oder eine reale Untersuchung werden soll, umso langsamer bin ich dabei, mich wirklich zu entblößen.
Sexy lasziv, oder straight on, ihn ignorierend, seinen Blick ausweichend? Oder soll ich mich umdrehen? Aber nein, das mache ich nicht. Ich stelle mich unwahrscheinlich dämlich an.
Vincent lehnt sich in seinem Drehstuhl zurück, die Arme über seinen Kopf verschränkt, schaukelt er mit seinem Stuhl hin und her.
Der soll aufhören damit, denke ich, das macht mich ganz kirre, sage aber nichts.
Nach jedem einzelnen Kleidungsstück mache ich eine kurze Pause und schaue ihn fragend an, ob ich weitermachen soll, oder ob er sich das doch noch überlegt und eine Abkürzung einlegt, um das selbst zu übernehmen.
Aber nein…
„Weitermachen…“
„Ganz runter…“ ok, ich habe es verstanden. Er scannt mit seinem Blick meinen ganzen Körper. Ich stehe da, splitterfasernackt.
„Auf die Pritsche da!“
Ok, ich bin angespannt, meine Nervosität wird nicht weniger.
Ich lege mich auf die mit Papier von der Rolle ausgelegte Liege aus dunkelgrünen PVC.
Vincent nimmt mir noch meine Silberkette und meine Armbanduhr ab und legt mir eine Nackenrolle unter. „Liegst Du bequem und entspannt?“
„Bequem ja, sofern man das sagen mag, entspannt nein, weil ich nicht weiß, was Du heute mit mir vorhast.“
„Du zitterst ja, es ist doch warm hier drin“?
„Es ist nicht die Temperatur, die mich erzittern lässt!“
„OK!“
Tut er nur so, oder warum legt er seine Stirn in Falten?
„Du, es geht mir wirklich gut, Du musst das nicht machen!“
„Nein, nein, ich sehe Dir das doch an, dass da was nicht stimmt mit dir! Du legst Dich jetzt schön brav auf hin und ich schreibe ein EKG.“
Vincent fängt rechts oben an und bringt im Uhrzeigersinn die Elektroden an meinen Extremitäten an. Die rote Elektrode klebt er an die Innenseite meines Handgelenkes und ich sauge die Wärme seiner Hand in mich auf. Die gelbe Elektrode kommt an die Innenseite meines linken Handgelenkes. Wie gerne würde ich jetzt diese Elektrode sein, die von seiner Hand gedrückt wird. Die Grüne klebt er an mein linkes Bein über mein Fußgelenk, mir entgeht nicht, die sanfte Berührung nebenbei an meinem Bein und ich werde innerlich ruhiger. Schwarz, drückt er sanft an die Innenseite über meinem rechten Fußknöchel, einer meiner kitzeligsten Stellen, damit werde ich geerdet, dies ist die neutrale Elektrode und leitet elektrische Störfelder ab.
Die restlichen sechs Elektroden bringt er an meine Brustwand an, ich zergehe innerlich an der Spannung!
Wieder beginnt Vincent mit der roten V1, er hebt meine Brust und klebt sie an meinem rechten Brustbeinrand, mein Herz springt vor Freude. Seine Fingerspitzen fühlen sich beruhigend an auf meiner Brust, so darf er gerne weitermachen.
Links versteckt er die gelbe V2 Elektrode an meiner Brustbeinwand, die Grüne V3 setzt er mittig an und die Linie setzt er weiter fort V4 bis V6.
Nachdem das alles korrekt sitzt, startet er die Software und das EKG wird aufgezeichnet.
Mein Atem geht ungleichmäßig, er merkt das und als er mit der Aufzeichnung fertig ist, möchte ich mir gleich selbst die Elektroden entfernen.
„Stopp! Die bleiben dran.“
Ich schaue verwundert, „jetzt wiederholen wir das, aber anders…“
Ich werde feucht, aber meine Freude währt nicht lange. Vincent legt mir nun zusätzlich eine Blutdruckmanschette um den Arm, enttäuscht lasse ich mich zurückfallen.
Während ich liegen bleiben muss, knöpft sich Vincent sein Hemd auf, in null Komma nichts steigt meine Erregung und ich setze mich auf.
„Liegen-bleiben“ betont er so, als wäre ich ein Schulmädchen. Ich muss mit ansehen, wie er den Reißverschluss seiner Jeans öffnet und seine Jeans herunterlässt, ich würde ihn so gerne dabei helfen, aber ich weiß, wenn ich mich nur ansatzweise seinen Körper nähern würde, würde er mir die Hände verbinden. Befreit von Socken und Shorts, kniet er vor mir. Er braucht gar nicht weitermachen, meine Herzfrequenz steigt auch so.
Vincent berührt sachte meine Innenseiten der Oberschenkel, es reicht und ich beginne zu wimmern. Er streicht über meine Lenden und ich beuge meinen Oberkörper durch.
Er legt seinen Kopf zwischen meinen Schenkeln, ich genieße es so, ich möchte ihn dahindrücken, wo ich ihn jetzt in diesem Augenblick haben will, ich lenke ihn.
Ich muss ihn nicht lenken, er weiß längst, wo es langgeht. Seine blankrasierten Wangen streichen wie Samt auf meiner Haut, ich vergrabe meine Finger in seinen Schopf. Ich würde ihn am liebsten daran ziehen, dahin, wo mein Körper ihn braucht.
Seine Zunge, herrlich warm benetzt meinen bereits feuchten Eintritt, er schiebt meine pulsierenden Schamlippen auseinander. Ich höre meinen Herzschlag, aber es ist mir in diesem Augenblick egal, wenn mein Herz zerspringt, dann habe ich das wenigstens noch einmal genossen, bevor ich sterbe. Sterben in seinen Armen- wie Film, in diesen Film.
Seine Zungenschläge sind wie Stromschnellen, die in meine Verengung meines Flussbettes reißen und schneller fließen.
Ich umschließe meine Beine um seinen Kopf und ziehe ihn näher an mich heran, damit ich die Zunge und alles, was er mit ihr anstellt, noch intensiver spüre.
Vincent wird langsamer, ich will mehr davon, er setzt sich auf, sieht mich an, schaut besorgt auf den Monitor und stützt sich mit seinen Händen etwas ab.
„Was ist?“ frage ich.
„Nichts, alles gut!“
„Dann mach weiter!“
„Gleich!“
Er verfolgt meinen Herzrhythmus, dann nimmt er meine Arme und beugt sie nach hinten, Vincent steigt über mich, seinen Schwanz genau über meinem Mund.
Er lässt ihn mich berühren, meine Lippen, er taucht ihn ein in meinem Mund, ich fasse ihn an die Seite und führe ihn weiter zu mir.
Vincent schiebt sich nach unten, sein bestes Stück dringt unwillkürlich in meine von Nässe vorbereitete Höhle ein, der Monitor schlägt Alarm, meine Herzfrequenz erreicht 140, mein Blutdruck zeigt einen Wert von 180/90. Sein Sperma ist Medizin für mich und ich falle ins tiefste Koma.
Dankeschön
Die ersten 3 Episoden des Arzttermins s…