Das Spermiogramm

Fantasie: Weiterer Verlauf der Nachuntersuchung II

„Erregt sie die Situation?“ Er bestand nicht auf einer Antwort, denn er setzte die nächste Frage sofort nach, wobei er nur zögernd den Blick wieder zu Bernds Augen aufnahm. Den Faden seiner ersten Onanie mit elf nahm er nicht wieder auf, was Bernd bedauerte.

„Darf ich annehmen, dass es ihnen keine Probleme bereitet hat, zu den beiden zurückliegenden Terminen zur Spermagewinnung im Klinikbereich zu masturbieren?“ Bernds immer noch steifer Penis schien die Antwort vorwegzunehmen. Sie schien dem Arzt zu genügen, denn wieder ließ er keine Zeit zu einer Antwort. Er sah seinen Patienten an.

„Viele Männer haben ein Problem damit, wissen Sie. Das erleichtert die Sache nicht gerade. Wie ging es Ihnen?“

Die Frage überraschte Bernd. Was für eine Richtung wurde hier eingeschlagen? Bernd war weniger skeptisch als neugierig und beschloss, den Weg mit zu gehen.

„Gut“, erwiderte er also. Er sprach ein Fragezeichen nach diesem Wort, als wollte er den Grund der Frage erkunden, und er ließ es ein bisschen so klingen wie „schön“. Da dem Arzt das nicht zu genügen schien, ergänzte Bernd:

„Ich habe damit kein Problem. Immerhin war ich an der Klärung unseres Problems mit der Fruchtbarkeit interessiert.“

Der Arzt wollte sichtlich auf etwas anderes hinaus, denn er deutete ein Abwinken an.

„Setzen Sie sich doch!“ flocht er ein, und Bernd setzte sich auf den Stuhl, fragte sich gleichzeitig, warum er sich nicht wieder anziehen sollte. Das Polster war kalt, und als er kurz zu seinem Genital blickte, sah er die Erektion zu seiner Überraschung im Abnehmen.

„Ich frage aus einem bestimmten Grund,“ nahm der Arzt das Wort wieder auf. „Die Universität Leipzig führt derzeit eine Studie durch. Dafür werden Kandidaten gesucht. Ich habe den Eindruck, das wäre etwas für Sie. Ziel der Studie ist die Korrektur überkommener Ansichten über Masturbation durch realistische Erlebnisberichte von Männern unterschiedlichen Alters. Dazu werden Befragungen durchgeführt.“ Darf ich sie anmelden? Es wird auch honoriert, wenn auch bescheiden.“

„Wo findet das denn statt?“ hörte Bernd sich interessiert antworten.

„Ach, für Teilnehmer unserer Stadt findet es hier statt, ganz unkompliziert. Sogar hier im Haus. Ich selbst bin der Ansprechpartner bei der Studie.“

„Ach. Und… was…, und wie läuft das ab?“

„Es läuft über 6 Monate, 5 Termine.“ Bernd staunte.

„Fünf Termine?! Das müssen ja viele Fragen sein!“

„Es geht nicht nur um Fragen.“ Der Arzt lächelte nun mitteilsam deutlich. „Es finden auch Untersuchungen statt.“ Als müsse sich das bei seinem Gegenüber erst setzen, legte er eine Pause ein, während der er Bernd fest in die Augen sah. „Da ist auch ihre Mitarbeit gefordert, verstehen sie?“ Er setzte Bernds Verstehen voraus und fuhr fort:

„Voraussetzung zur Teilnahme ist neben ihrem Einverständnis eine Voruntersuchung. Wenn es bei Ihnen zeitlich passt, könnten wir diese heute schon erledigen. Hätten Sie noch etwas Zeit? Wir könnten schon den Hauptfragebogen durchgehen und die Voruntersuchung abschließen.“

Bernd war sehr erfreut, versuchte das aber zu verbergen. Es war mehr, als er sich erträumt hatte – vorhin noch, im Wartezimmer. Was ihn konkret erwartete, wusste er zwar nicht, aber er ahnte es vage, und die Ungewissheit steigerte seine Erregung. Schnell entschlossen hörte er sich „Ja“ sagen. Nach der Vergütung fragte er nicht. Er hätte auch ohne deren Inaussichtstellung „Ja“ gesagt.

„Sehr schön, dann darf ich Sie zunächst mal um eine Unterschrift bitten.“ Der Arzt deutete auf ein Formular auf dem Schreibtisch, dass er in Bernds Richtung gedreht hatte. Bernd stand auf und holte es sich. Immer noch war er splitternackt. Wieder auf seinem Stuhl las er sich den Zettel durch. Er traute seinen Augen kaum. Der folgende Abschnitt, irgendwo in der Mitte des Textes, war für ihn der Kern des ganzen Textes:

„Der unterzeichnende Kandidat ist dazu bereit, in Gegenwart von medizinischem Personal sexuelle Handlungen an sich selbst zu demonstrieren, Anweisungen zur Art und Weise dessen zu befolgen und seine Handlungen, Empfindungen und Befindlichkeiten dabei zu beschreiben.“ Etwas weiter unten stand: „Der Kandidat führt ein Tagebuch über alle seine sexuellen Aktivitäten.“

Das war phänomenal. Ein Schauer lief über Bernds Rücken, der sich zu seinem Penis hin zu konzentrieren schien. Mit dem Formular und wippendem, wieder erigiertem Penis ging er wieder zum Schreibtisch des Arztes. Es kam ihm vor, als sei seine Erektion dem Arzt mehr wert als die Unterschrift. Bernds Penis schien für ihn Ja zu sagen. Er ergriff einen bereitliegenden Kugelschreiber und unterschrieb mit Vor und Zunahmen. Der Familienname hätte genügt, aber das Schreiben seines Vornamens unterstrich seine Bereitschaft. Es war eine spontane Reaktion, die das exhibitionistische Moment der Situation verstärkte. Zurück am Stuhl setzte er sich und nahm eine aufrechte Haltung ein, die auf Dauer nicht bequem gewesen wäre, die aber seinen versteiften Penis am wenigsten deutlich werden ließ, glaubte er. Er beobachtete diesen Widerspruch mit Interesse: Einerseits genoss er es, wie die Nacktheit im medizinischen Umfeld verlangt wurde. Er zeigte mit seiner Unterschrift, wer er ist und dass er hier zu allem bereit war. Andererseits war er darauf aus, seine körperlichen Reaktionen als beiläufig erscheinen zu lassen. Offenbar wollte er nicht deutlich werden lassen, wie sehr er die Situation genoss. Vor seinem inneren Auge erschien ein Bild von sich selbst, wie ich auf dem Stuhl sitze mit einem kleinen Schild um den Hals, auf dem steht: „Studienteilnehmer Masturbation“. Sein Penis pulsierte.

Der Arzt griff nach einem Schreibblock mit Klemmbrett. Dann forderte er Bernd auf, sich auf der Untersuchungsliege auszustrecken, die rechts von ihm an der Wand stand. Bern erstieg sie und legte sich auf den Rücken, ohne dass dies ausdrücklich verlangt worden war. Es erschien ihm logisch. Es folgte eine Art Ganzkörperuntersuchung inklusive der üblichen Reflexreaktionen. Bernd ließ das alles erwartungsvoll über sich ergehen, auch die in der Urologie übliche rektale Untersuchung der Prostata. Diese erlebte er zum ersten Mal, und er spürte mit Überraschung, welche Wirkung der Druck auf die Prostata hat. Die Erektion bekam einen weiteren Schub, und ein großer Tropfen Präejakulat erschien auf der Eichel, vermischt mit etwas Sperma. Das Gefühl war so intensiv, dass er sich wünschte, das rektale Abtasten möge noch länger dauern. Nachdem er gleich darauf wieder auf dem Rücken lag, forderte der Arzt ihn auf, die Beine etwas anzuziehen. Mit routiniertem Griff schob er seinen rechten Arm unter die Knie, hob sie hoch und spreizte die Schenkel. Gleich darauf war seine rechte Hand unter dem Hodensack und seine Finger tasteten diesen und die Dammgegend ab. Plötzlich legte er seinen Daumen etwas oberhalb der Peniswurzel auf und führte ihn mit deutlichem Druck zu dieser hin, wodurch die Vorhaut straff von der Eichel glitt. An der Peniswurzel übte er nun einen leichten Druck aus, indem sein Zeige- und Mittelfinger unter dem Hodensack entgegenwirkten. Er ließ diesen Druck einige Male pulsieren, als könnte die Erektion noch fester werden. Er löste den Druck des Daumens, zog die Vorhaut mit seiner linken Hand über die Eichel und ließ sie wieder los. Sie glitt von selbst zurück.

„Sie hatten wohl mal eine Phimose?“ fragte er.

„Ja, im Kleinkindalter“, bestätigte Bernd. „Das wurde operativ behoben.“

Der Arzt machte jenes Kritik ausdrückende Zungenschnalzen. Bernd nahm es zum Anlass zu fragen:

„Wieso?“

„Ihre Vorhaut ist nicht normal lang. Seien Sie froh, das da nicht mehr weggenommen wurde. Sie glauben gar nicht, wie viele sinnlose Beschneidungen durchgeführt wurden – und immer noch werden! -, weil Eltern glauben, die Vorhaut muss sich schon bei kleinen Jungs zurückziehen lassen. Das wurde früher falsch eingeschätzt. Man ist da heute weiter.“

„Auch so?“ hörte Bernd sich sagen. „Meiner Mutter war es immer sehr wichtig, dass das ging.“

„Ja eben – nichts gegen ihre Mutter – aber das waren die alten Lehrmeinungen.“

Während des Gesprächs ruhte seine Hand immer noch in der beschriebenen Weise auf Bernds Genital, der Daumen übte wieder Druck aus. Der Penis pulsierte. Mit einem Stück Zellstoff wischte er den Tropfen von Eichel und Bauch. Es war unübersehbar, wie sehr die Situation Bernd erregte. Dem Arzt schien das recht zu sein. Wahrscheinlich machte gerade das Bernd besonders geeignet für das anstehende Programm.

Er nahm nun seine Hand weg und blätterte in seinem Block. Er fand den gesuchten Fragebogen.