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Zahnrettung in Budapest

6 — Zwei Tage

Sie schlief bis zehn.

Am ersten Tag ging sie kaum raus. Nudelsuppe vom Zimmerservice, lauwarm, vorn hineingeschoben und dann mühsam links bewegt. Ibuprofen alle acht Stunden. Zwei Stunden lag sie auf dem Bett und sah einer ungarischen Kochsendung zu, bei der sie kein Wort verstand.

Am zweiten Tag erreichte die Schwellung ihren Höhepunkt und kippte dann. Sie ging raus.

Sie lief die Donau entlang, von der Kettenbrücke nach Süden, mit einem Schal, den sie am Vortag gekauft hatte und den sie hochzog, wenn ihr jemand entgegenkam. Der Fluss war grau und breit und träge. Drüben lag Buda mit seinem Berg. Sie ging zwei Stunden und dachte fast nichts.

In einem Café bestellte sie einen Kaffee und wartete, bis er kalt war. Die Kellnerin lächelte sie an. Wiebke lächelte zurück — reflexhaft, Lippen zu, Kopf leicht zur Seite, die Hand schon auf halbem Weg nach oben.

Sie stoppte die Hand auf halbem Weg und legte sie wieder auf den Tisch.

Später, dachte sie. Nicht jetzt. Aber später.