Computerfehler
Plan für den Tag
Teil 140: Gemeinsame Pläne
Sie saßen noch am Tisch, die leeren Teller vor sich, die Kaffeetassen halb voll. Celina spiels mit dem Löffel, Sarah hatte die Hände um ihre Tasse geschlossen, den Stoff von Celinas Shirt zwischen den Fingern.
„Wir haben den ganzen Tag“, sagte Celina. „Sollen wir irgendwas damit machen? Oder wirklich nur hier sitzen?“
Sarah überlegte einen Moment. Der Gedanke, den ganzen Tag nur in der Wohnung zu bleiben, fühlte sich einerseits sicher an – andererseits auch wie ein Weiterdrehen in den gleichen Gedanken. Sie brauchte etwas Äußerliches. Etwas, das sie veränderte, ohne dass es wehtat.
„Ich will zum Friseur“, sagte sie dann. „So richtig. Nicht nur schneiden lassen. Eine Typveränderung. Etwas, das nicht mehr so aussieht wie die Frau, die in das Doppelzimmer gegangen ist.“
Celina sah auf. Ein kleines, interessiertes Lächeln erschien.
„Dann komm ich mit. Ich lass mir auch was machen. Und danach …“ Sie tippte mit dem Finger auf den Tisch. „Nagelstudio. Fingernägel und Pediküre. Für beide.“
Sarah blinzelte. „Pediküre?“
„Ja. Füße auch. Wir sitzen da, lassen uns die Hände und Füße machen, trinken irgendwas Süßes und tun so, als wäre das ein ganz normaler freier Tag.“ Celina zuckte mit den Schultern. „Ich will dich nicht reparieren. Aber ich will mit dir raus. Und ich will, dass du dich hinterher im Spiegel ansehen kannst und denkst: Das bin ich jetzt. Nicht die von gestern.“
Sarah spürte, wie sich etwas in der Brust löste. Kein großer emotionaler Durchbruch – eher die Erlaubnis, sich um etwas Oberflächliches und Schönes zu kümmern.
„Friseur und Nagelstudio“, wiederholte sie. „Typveränderung und neue Nägel. Einverstanden.“
Celina griff nach ihrem Handy.
„Dann such ich uns Termine. Heute Vormittag Friseur, Nachmittag Nägel. Und zwischendurch essen wir irgendwas Anständiges.“
Sie tippte, während Sarah den Kragen des Shirts unbewusst an die Nase hob und den vertrauten Geruch einatmete.
Der Tag hatte plötzlich eine Richtung. Keine Therapie. Keine Polizei. Nur Haare, Nägel und die Entscheidung, sich selbst neu anzusehen.