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Duschen

Teil 134 (detailliert): Nicht allein duschen

Als die Pizza-Kartons leer und das Eis angetaut war, lehnte Sarah den Kopf gegen die Sofalehne. Der Körper fühlte sich schwer und gleichzeitig unruhig an. Der Schweiß des Tages, die Anspannung, die Spuren von Tränen und Angst – alles klebte noch an ihr.

„Celina …“, sagte sie leise. „Ich möchte duschen. Aber ich will nicht allein im Bad sein. Kannst du … einfach dabei sein? Nur da. Nicht mehr.“

Celina verstand sofort. Sie nickte, stand auf und ging voraus ins schmale Bad. Das Licht war warm und etwas gedämpft, der Duschvorhang in dunklem Grün zur Seite geschoben. Sie setzte sich auf den geschlossenen Toilettendeckel, die Arme auf den Knien, und ließ Sarah den Raum.

Sarah zog sich aus – langsam und mechanisch. Zuerst das Poloshirt über den Kopf, dann der Sport-BH, der sich mit einem leisen Geräusch löste. Die großen Brüste fielen frei, die Haut darunter noch leicht gerötet von dem langen Tag. Hose und Slip folgten. Nackt stand sie einen Moment auf der rutschfesten Matte, die Arme unsicher neben dem Körper, bevor sie in die Dusche trat.

Sie drehte den Hahn auf. Zuerst kam kaltes Wasser, dann wurde es heiß. Der Strahl traf ihre Schultern und den Nacken, lief zwischen den Schulterblättern hinunter und über den weichen Bauch. Sarah stellte sich mit dem Gesicht direkt unter das Wasser, ließ die Haare nass werden und schloss die Augen. Dampf füllte schnell den kleinen Raum und beschlug den Spiegel.

Mit zitternden Fingern griff sie nach dem Duschgel, verteilte es auf den Händen und begann sich zu waschen. Schultern, Arme, die schweren Brüste – vorsichtig, weil die Haut dort noch empfindlich war. Dann den Bauch, die Hüften, zwischen den Beinen. Jede Bewegung war gründlich und gleichzeitig abwesend, als wollte sie nicht nur den Schmutz, sondern auch die Erinnerung an den Tag abwaschen. Das Wasser lief grau-weiß von ihrem Körper und verschwand im Abfluss.

Celina saß die ganze Zeit still. Sie beobachtete nicht aufdringlich, sondern war einfach da – präsent, der Blick mal auf Sarahs Rücken, mal auf den Boden gerichtet. Als Sarah nach dem Shampoo tastete und es nicht sofort fand, stand Celina kurz auf, stellte die Flasche in ihre Reichweite und setzte sich wieder, ohne ein Wort.

Sarah wusch die Haare, massierte die Kopfhaut, ließ den Schaum über Stirn und Wangen laufen. Zwischendurch stützte sie sich mit einer Hand an die Fliesen, weil die Knie nachgaben. Der Dampf machte die Luft schwer und warm. Irgendwann blieb sie einfach unter dem Strahl stehen, die Stirn gegen die Wand gelehnt, und atmete.

Als sie das Wasser abstellte, tropfte es noch von den Haaren und den Brustwarzen. Celina stand sofort auf, nahm das große, weiche Handtuch und hielt es offen. Sarah trat hinaus. Celina wickelte sie hinein – fest und behutsam zugleich –, strich mit den Händen über die Arme, um das Tuch zu schließen, und tupfte ihr einmal das Wasser aus dem Gesicht.

„Danke“, flüsterte Sarah, die Stimme belegt vom Dampf und der Erschöpfung.

Celina strich ihr kurz über den nassen Oberarm, die Berührung warm und ruhig.

„Immer.“

Im Bad war es voller Dampf und dem Geruch von Shampoo.
Sarah war sauber.
Und sie war nicht allein gewesen.