Computerfehler

Im Zimmer 214

Korrektur / Teil 130 (angepasst)

Wachtmeisterin Keller entließ die beiden mit dem Hinweis, dass sie für weitere Fragen erreichbar bleibe und die Station informiert sei. Sarah und Celina gingen schweigend durch die Flure, vorbei an noch nervösen Pflegekräften und dem langsam abziehenden Blaulicht vor den Fenstern.

Im Einzelzimmer 214 schloss Sarah die Tür. Der Raum wirkte plötzlich kleiner und gleichzeitig zu offen. Celina half ihr aus der Jacke und setzte sich mit ihr auf die Bettkante. Kaum hatten sie sich gesetzt, klopfte es scharf.

Ein Polizist in Uniform trat ein, gefolgt von einer weiteren Beamtin. Beide wirkten sachlich und unaufgeregt.

„Entschuldigung der Störung“, sagte der Mann. „Wir müssen das Zimmer kurz auf mögliche verdeckt angebrachte Überwachungsgeräte prüfen. Standard nach so einem Vorfall. Dauert nur wenige Minuten.“

Sarah und Celina traten an die Wand. Die beiden Beamten gingen systematisch, aber zügig vor: Ecken, Lampen, Rauchmelder, hinter dem Schrank, unter dem Waschbecken, am Fensterrahmen, in den Steckdosen. Ein kleines Detektionsgerät piepte gelegentlich, fand jedoch nichts. Nach weniger als zehn Minuten schüttelte die Beamtin den Kopf.

„Alles sauber. Keine Kameras, keine versteckten Sender. Danke für die Geduld.“

Sie nickten kurz und verließen das Zimmer. Die Tür fiel ins Schloss.

Einen Moment lang war es still. Dann setzte sich Sarah wieder aufs Bett, starrte auf den Schrank und lachte plötzlich auf. Kurz, heiser und völlig ironisch.

„Meine Sextoys gehören jetzt auch zu den Asservaten“, sagte sie bitter. „Die lagen in seinem Zimmer. Klammern, Plug, Liebeskugeln, der ganze Samtbeutel. Alles ordentlich in Tüten mit Etikett. Beweisstück für den Prozess.“

Das Lachen verklang genauso schnell, wie es gekommen war. Sie rieb sich über das Gesicht und starrte auf den Boden.

Celina setzte sich dicht neben sie und legte eine Hand auf ihren Rücken.

„Die sind weg“, sagte sie leise. „Aber du bist noch hier. Das reicht erstmal.“

Sarah nickte mechanisch.
Draußen war das Blaulicht verschwunden.
Drinnen blieb nur die Stille, der bittere Nachgeschmack – und das Wissen, dass selbst die intimsten Gegenstände jetzt in irgendeiner Asservatenkammer lagerten.