Computerfehler

Im Büro

Teil 125 (korrigiert): Die Erklärung

Das kleine Besprechungszimmer war nüchtern und grell beleuchtet. Ein Tisch, vier Stühle, keine Fenster. Die junge Polizistin schloss die Tür, bot den beiden einen Platz an und setzte sich selbst gegenüber. Sie legte einen Notizblock und ein Tablet vor sich.

„Danke, dass Sie mitgekommen sind“, begann sie ruhig. „Ich heiße Wachtmeisterin Keller. Ich muss Ihnen einige Informationen geben und werde Ihnen danach ein paar Fragen stellen.“

Sarah und Celina setzten sich. Celinas Hand suchte unter dem Tisch kurz Sarahs, drückte sie einmal fest und ließ wieder los.

Wachtmeisterin Keller schaute zuerst Sarah an.

„Frau Schmidt, die Belegung des Doppelzimmers mit Ihnen und Herrn Marcus Schiller war kein Computerfehler. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen handelte es sich um eine gezielte Manipulation der Klinikdatenbank. Herr Schiller hat die Zimmerzuteilung absichtlich herbeigeführt.“

Sarah spürte, wie ihr das Blut aus dem Kopf wich. Celina wurde blass.

Die Polizistin fuhr fort, sachlich und ohne Umschweife:

„Er hat sich offenbar schon länger im Internet mit Ihrer Person beschäftigt. Seit Sie auf einer Single-Plattform aktiv waren. Über Beiträge und Angaben, die Sie dort gemacht haben, war für ihn nachvollziehbar, dass ein Klinikaufenthalt bevorstand. Daraufhin hat er – nach derzeitigem Kenntnisstand – Zugriff auf Systeme der Klinik erlangt und die Belegung entsprechend gesteuert.“

Sie tippte kurz auf dem Tablet.

„Heute Abend wurde das gesamte Kliniknetzwerk lahmgelegt. Gleichzeitig gab es den Versuch, sämtliche Daten zu seiner Person und zu Ihnen zu löschen – Patientendaten, Zugriffsprotokolle, teilweise auch Sicherungskopien. Die IT-Sicherheit konnte den Angriff relativ schnell eingrenzen. Der Ursprung lag in einem Patientenzimmer. Genau genommen in dem Zimmer, das Herr Schiller bis vor Kurzem bewohnt hat.“

Sarahs Ohren rauschten. Die Worte erreichten sie, aber sie fühlten sich an, als kämen sie von weit weg.

Kein Zufall. Nie ein Zufall gewesen.
Marcus Schiller hat mich gesucht. Geplant. Die Datenbank manipuliert.
Und heute wollte er alles löschen.

Celina flüsterte heiser: „Das … das kann nicht …“

Wachtmeisterin Keller sah beide ruhig an.

„Ich weiß, das ist eine Menge auf einmal. Wir müssen dennoch einige Punkte mit Ihnen klären. Vor allem, was Sie über Herrn Schiller wussten – und seit wann.“

Sie legte den Stift bereit.

„Frau Schmidt, beginnen wir mit Ihnen. Seit wann kennen Sie ihn wirklich?“