Computerfehler
Hackerangriff
Teil 123: Hackerangriff
Sarah blieb hinter der Absperrung stehen, Celina dicht neben ihr. Zwischen den Polizisten und dem offenen Zimmer bewegten sich jetzt auch Mitglieder der Klinikleitung – Dr. Ellenberger, der Verwaltungsleiter und noch zwei Personen aus der IT-Abteilung, die blass und gestikulierend miteinander redeten.
Schnipsel von Gesprächen drangen zu ihnen durch.
„… vollständiger Serverausfall seit 19:42 …“ „… Überwachungskameras offline, alle Aufzeichnungen der letzten Stunden weg …“ „… Hackerangriff, gezielte Löschung …“ „… Zugriffsprotokolle zeigen interne und externe IP-Adressen …“ „… Patientendaten, Personalakten, möglicherweise auch Video …“
Ein Beamter in Zivil notierte eilig, während ein anderer in Einsatzkleidung aus Marcus’ Zimmer kam und leise, aber bestimmt mit der Leitung sprach. Das Wort „Verdächtiger“ fiel, dann „Zugriff auf das Netzwerk“ und „Geräte beschlagnahmt“.
Sarah spürte, wie ihr kalt wurde.
Marcus’ Stimme war von innen immer noch zu hören – ruhig, aber angespannt. Er schien zu antworten, nicht zu schreien. Trotzdem ließen die Beamten niemanden hinein und niemanden heraus.
Celina flüsterte knapp: „Das ist kein normaler Vorfall. Wenn die Kameras und die Server weg sind und die Polizei in Einsatzkleidung hier steht …“
Sie beendete den Satz nicht.
Dr. Ellenberger drehte sich kurz in ihre Richtung und registrierte Sarah. Für einen Moment trafen sich ihre Blicke. Die ärztliche Leiterin wirkte angespannt und gleichzeitig so, als wüsste sie bereits mehr, als sie sagen durfte.
Dann wandte sie sich wieder an die Beamten.
Sarah stand bewegungslos auf dem Flur. Hackerangriff. Überwachungskameras gelöscht. Server down. Und Marcus’ Zimmertür stand offen, mit der Polizei darin.
Etwas sehr Großes war gerade über die Klinik hereingebrochen – und Marcus steckte mittendrin.