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Polizei im Haus

Teil 122: Polizei im Haus

Sarah und Celina kamen über den hinteren Eingang ins Gebäude und blieben wie angewurzelt stehen.

Auf dem Flur der Station standen mehrere Polizisten. Mindestens sechs oder sieben. Einige in normaler Uniform, andere in kompletter dunkler Einsatzkleidung – schusssichere Westen, Helme in der Hand, Funkgeräte am Gürtel. Das Blaulicht der Streifenwagen vor dem Haupteingang flackerte durch die Glasfront und legte kalte Streifen über die Wände.

Pflegekräfte standen in kleinen Gruppen, blass und schweigend. Eine Ärztin redete eindringlich auf einen Beamten ein. Niemand ließ Patienten in Richtung des betroffenen Zimmers.

Die Tür zu Marcus’ Zimmer stand weit offen.

Von innen drangen laute, scharfe Stimmen. Männlich, befehlend, ohne den Tonfall einer normalen Befragung. Jemand sagte etwas von „Hände sichtbar“, ein anderer antwortete ruhig, aber angespannt – und Sarah erkannte die Stimme sofort.

Marcus.

Celinas Hand schloss sich fest um Sarahs Handgelenk.

„Nicht hin“, zischte sie leise. „Sarah, bleib hier.“

Doch Sarah hörte kaum noch. Die Beine trugen sie von allein ein paar Schritte näher, bis ein Beamter in Einsatzkleidung den Arm ausstreckte und sie stoppte.

„Hier ist abgesperrt. Bitte zurückbleiben.“

Aus dem Zimmer drang erneut Marcus’ Stimme – kontrolliert, aber unter Druck. Dann das Geräusch von Schritten, das Rascheln von Papier oder einer Tasche, und wieder eine laute Anordnung.

Sarahs Mund war trocken. Das Herz hämmerte so heftig, dass es in den Ohren rauschte.

Etwas war gründlich schiefgelaufen.
Und es betraf Marcus.