Computerfehler
Sarahs Reaktion
Teil 120: Sarahs Antwort
Sarah drückte Celinas Hand fester. Die Tränen liefen, aber sie wischte sie nicht weg. Diesmal wollte sie nichts abfedern und nichts beschönigen.
„Ich höre dich“, sagte sie heiser. „Und ich will dich nicht beschnitten und ich will dich nicht als Geduldete. Das habe ich falsch gemacht. Sehr falsch.“
Sie holte einmal tief Luft.
„Ich kann dir nicht ehrlich sagen, dass Marcus komplett außen vor ist. Weil ein Teil von mir ihn braucht. Die Kontrolle, die Klarheit, die Art, wie er meinen Schmerz und meine Hingabe hält – das ist nicht nur Gewohnheit. Das ist ein echtes Bedürfnis. Wenn ich so tue, als könnte ich das einfach abschalten, würde ich dich anlügen. Und ich will dich nicht anlügen.“
Sarah sah ihr geradeaus in die Augen.
„Aber ich will auch nicht mehr, dass du nur informiert wirst. Du hast recht. Du musst beteiligt sein. Deine Gefühle, deine Grenzen, deine Liebe – die dürfen nicht weniger wiegen als seine Regeln. Wenn das bedeutet, dass wir zu dritt reden müssen, dann rede ich zu dritt. Wenn Regeln neu verhandelt werden müssen, dann verhandle ich neu. Ich will dich nicht verlieren. Und ich will dich nicht halb.“
Ihre Stimme wurde leiser, aber fester.
„Also: Ich wähle dich. Nicht statt ihm. Sondern neben ihm – und zwar so, dass du nicht die Zweite bist, sondern gleichwertig in dem, was zwischen uns beiden passiert. Und ich bin bereit, das mit ihm auszuhalten und zu klären. Offen. Auch wenn es unbequem wird.“
Sarah hob Celinas Hand und drückte die Lippen kurz darauf.
„Das ist meine Antwort. Unordentlich. Ehrlich. Und mit der klaren Bitte, dass du bleibst – unter Bedingungen, die auch deine sind.“
Sie schwieg. Das Angebot lag zwischen ihnen. Jetzt war es an Celina, ob sie es annehmen konnte.