Computerfehler

Sarah wird rot

Teil 115: Sarahs Reaktion

Sarah wurde feuerrot.

Die Hitze stieg ihr so heftig in den Kopf, dass es hinter den Ohren pochte, während gleichzeitig ein kalter Schauer über den Rücken lief. Heiß und kalt zugleich. Celinas Hand in der ihren fühlte sich plötzlich an wie der einzige feste Punkt.

Sie konnte jedes Wort zu 100 % nachfühlen.

Die Angst, nur die Zweite zu sein. Das Gefühl, dass das eigene Herz mehr riskiert als das des anderen. Die Wut darüber, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Und vor allem diese klare, schmerzhafte Liebe, die Celina gerade ausgesprochen hatte – ohne Netz und ohne Doppelboden.

Sarah öffnete den Mund, schloss ihn wieder und schüttelte kaum merklich den Kopf. Die Worte kamen trotzdem, heiser und ungefiltert:

„Wenn ich dich vorher kennengelernt hätte … bevor Marcus … dann wäre das alles nie so passiert.“

Sie sah Celina an, die Wangen brennend rot, die Augen feucht.

„Dann wäre ich nicht in diese Dynamik mit ihm gerutscht. Dann hätte ich nicht jemandem die Kontrolle gegeben, bevor ich überhaupt wusste, dass es auch anders geht. Mit dir. Auf Augenhöhe. Mit dieser Wärme. Dann hätte ich mich wahrscheinlich in dich verliebt, bevor irgendjemand anders auch nur die Chance gehabt hätte.“

Ein kurzes, bitteres Lachen entfuhr ihr.

„Aber ich hab ihn zuerst getroffen. Und jetzt sitze ich hier, halte deine Hand und merke, dass ich deine Gefühle nicht nur verstehe – ich spüre sie. Und es zerreißt mich, weil ein Teil von mir genau das zurückgeben will und ein anderer Teil bereits gebunden ist.“

Sarah drückte Celinas Hand fest, als müsste sie sich daran festhalten.

„Du bist nicht nur der weiche Ausgleich. Nicht für mich. Aber ich hab es so aussehen lassen. Und das tut mir mehr leid, als ich gerade in ordentliche Sätze packen kann.“

Die Röte wich langsam von ihren Wangen, blieb aber als Hitze unter der Haut.
Celinas Geständnis hatte etwas in ihr geöffnet, das sie nicht mehr schließen konnte.