Computerfehler

Celina macht einen Seelenstriptease

Teil 114: Celina redet sich alles von der Seele

Celina griff nach Sarahs Hand. Nicht zögernd, sondern fest und warm. Ihre Finger schlossen sich um Sarahs, als bräuchte sie den körperlichen Kontakt, um die nächsten Sätze überhaupt aussprechen zu können.

„Ich muss dir das so sagen, wie es ist“, begann sie, die Stimme rau. „Für mich steht mehr auf dem Spiel als für dich und Marcus. Ihr beide habt eine Dynamik, Regeln, eine klare Hierarchie. Ich hab nur dich.“

Sie sah auf ihre gemeinsamen Hände und dann zu Sarah.

„Ich hab mich in dich verliebt. Nicht nur Lust, nicht nur das mit dem Becken und der Nacht. Verliebt. In die Art, wie du redest, wenn du ehrlich bist. In dein Lachen, das so selten kommt. In den Weg, wie du dich anfühlst, wenn du dich fallen lässt. In diesen widerspenstigen, masochistischen, mutigen Kern von dir.“

Celinas Daumen strich einmal über Sarahs Handrücken.

„Als du mir heute Morgen die Regeln vorgelegt hast, hat es sich angefühlt, als würde man mir den Boden wegziehen. Nicht weil ich keine Regeln aushalten kann. Sondern weil ich plötzlich die Zweite war. Die, die geduldet wird. Die, von der man vorher Bescheid sagen muss. Und ich hab gemerkt, wie sehr ich eigentlich die Erste sein wollte – wenigstens in dem, was zwischen uns beiden passiert.“

Sie schluckte, die Augen wurden feucht, aber sie weinte nicht.

„Ich kann mit Marcus’ Existenz leben. Ich kann sogar damit leben, dass er die Kontrolle über eure Dynamik hat. Was ich nicht kann, ist das Gefühl, nur eine erlaubte Ausnahme zu sein. Eine, die man abmelden und wieder anmelden kann. Wenn ich bleibe, dann will ich wissen, dass ich für dich mehr bin als der weiche Ausgleich zu seiner Härte. Dass ich dich auch dann noch habe, wenn er gerade nicht der Mittelpunkt ist.“

Celina drückte Sarahs Hand fester.

„Deshalb ist das für mich kein kleines Regel-Gespräch. Für mich geht es darum, ob ich mein Herz weiter an dich hänge – oder ob ich es jetzt zurücknehme, bevor es mich komplett zerlegt. Ich liebe dich. Und genau deshalb hab ich so viel Angst, unter diesen Bedingungen zu bleiben.“

Sie schwieg. Die Schokolade lag immer noch unberührt zwischen ihnen.
Sarahs Hand lag in ihrer.
Und zum ersten Mal war alles ausgesprochen, was Celina die ganze Zeit mit sich herumgetragen hatte.