Computerfehler
Sarahs Fluchtroute
Sarah stellte das Tablett auf das Band und warf einen letzten kurzen Blick über die Schulter. Der Nebenraum war ruhig, aber durch die Glastür zum Hauptflur sah sie bereits zwei Patienten in Richtung Cafeteria kommen. Zu groß war die Gefahr, dass Marcus unter ihnen war oder gleich um die Ecke bog.
Sie wählte den hinteren Ausgang.
Die schmale Tür führte in einen wenig genutzten Verbindungsgang, der parallel zum Hauptflur verlief. Linoleum, blasses Licht, der Geruch von Reinigungsmittel. Links lagen abgeschlossene Abstellräume und die Rückseite der Küche, rechts eine Reihe hoher Fenster zum Innenhof. Sarah ging zügig, aber ohne zu rennen – auffällig schnelles Gehen hätte auf der Station eher Aufmerksamkeit erregt.
Am Ende des Gangs bog sie links ab, vorbei an der geschlossenen Ergotherapie und dem leeren Wartebereich der Schmerzambulanz. Hier war es noch stiller. Sie nutzte die Feuertür, die in den äußeren Wartungsbereich öffnete, und trat hinter das Gebäude.
Draußen schlug ihr die kühle Abendluft entgegen. Sie folgte dem Kiesweg, der zwischen dem Müllraum und der Laderampe entlangführte, hielt sich dicht an der Hauswand und vermied die offene Rasenfläche, die vom Speisesaal aus einsehbar war. Hinter dem alten Gerätehaus bog sie erneut ab und betrat den schmalen Pfad, der direkt in den hinteren Teil des Parks mündete.
Von dort aus war es nur noch ein kurzer Weg. Der Therapiegarten lag leicht abgesenkt, umgeben von hohen Hecken und alten Rhododendronbüschen. Eine Holzbank und ein kleiner Pavillon standen dort, von den Hauptwegen aus kaum einsehbar.
Sarah blieb im Schatten der Hecke stehen, prüfte die Uhr und den Eingang.
Noch zwanzig Minuten.
Marcus hatte sie nicht gesehen.
Celina würde gleich kommen.