Computerfehler
Abendbrot alleine
Nach zwanzig Minuten in der Sauna war Sarah durchgeschwitzt und erschöpft. Sie duschte kurz ab, trocknete sich und zog sich wieder an. Der Körper fühlte sich weicher an, der Kopf etwas klarer – aber das Treffen mit Celina um halb sieben lag noch vor ihr.
Sie hatte Hunger. Gleichzeitig wollte sie Marcus auf keinen Fall in der Cafeteria über den Weg laufen. Noch nicht. Sein Blick, seine Fragen, die Nähe – das hielt sie gerade nicht aus. Das Handy blieb ausgeschaltet.
Sarah ging deshalb nicht in den großen Speisesaal, sondern in den kleinen Nebenraum, der oft von Mitarbeitern und den ruhigeren Patienten genutzt wurde. Dort holte sie sich ein Tablett mit Suppe, einem Stück Brot und einem Apfel und setzte sich an einen Ecktisch mit dem Rücken zur Tür. Jedes Mal, wenn jemand hereinkam, spannte sie sich kurz an und entspannte erst wieder, wenn es nicht Marcus war.
Sie aß langsam und mechanisch. Die Suppe war warm und salzig, das Brot trocken. Zwischendurch schaute sie auf die Uhr. Noch eine Stunde bis zum Treffen hinter dem Therapiegarten.
Einmal glaubte sie, seine Stimme auf dem Flur zu hören, und hielt den Löffel mitten in der Bewegung an. Es war jemand anderes. Sarah atmete aus und beendete die Mahlzeit trotzdem hastiger als geplant.
Danach brachte sie das Tablett zurück und verließ den Raum über den hinteren Ausgang, der direkt in Richtung Park und Therapiegarten führte.
Noch blieb sie Marcus aus dem Weg.
Gleich würde sie Celina gegenübertreten müssen.