Computerfehler

Saunagang

Sarah brauchte Abstand. Nach dem Konsil, der Entschuldigung bei Celina und dem ausgeschalteten Handy fühlte sich der Körper schwer und überreizt an. Sie ging in den Wellnessbereich der Klinik, der den Patienten nachmittags offenstand.

Vor der Sauna stand eine kleine Holzbank und ein offenes Regal für Handtücher. Sarah zog sich vollständig aus – Poloshirt, Sport-BH, Jogginghose, Slip. Sie faltete die Sachen ordentlich, legte sie in eine der offenen Fächer und nahm ein großes Handtuch. Nackt, nur mit dem Handtuch über dem Arm, öffnete sie die Saunatür.

Die Hitze schlug ihr sofort entgegen. 85 Grad, trockene Luft, der typische Holzgeruch. Der Raum war leer. Sie breitete das Handtuch auf der mittleren Bank aus und setzte sich, den Rücken an die warme Holzwand gelehnt, die Beine leicht geöffnet, die Hände auf den Oberschenkeln.

Schweiß bildete sich schnell auf der Stirn, zwischen den Brüsten und in den Kniekehlen. Sarah schloss die Augen und atmete langsam. Der Rheumaschmerz in den Gelenken wurde unter der Hitze für eine Weile dumpfer. Die Anspannung der letzten Stunden – Marcus’ Regeln, Celinas verletztes Gesicht, das Konsil, das schlechte Gewissen – löste sich nicht auf, aber sie rückte etwas weiter weg.

Sie blieb sitzen und ließ die Hitze wirken.

Draußen würde um halb sieben Celina hinter dem Therapiegarten warten.

Bis dahin gehörte dieser heiße, stille Raum nur ihr.