Computerfehler

Sarah berichtet, teilweise

Korrektur / Teil 106 (geändert): Sarah schützt Celina

Sarah saß in dem schlichten Sessel, die Hände im Schoß, und begann – diesmal mit einer klaren inneren Grenze.

„Ich bin wegen meiner rheumatoiden Arthritis hier. Kurz nach der Aufnahme gab es einen Belegungsfehler, und ich kam mit einem anderen Patienten ins Doppelzimmer – Marcus, 46, psychosomatisch, PTBS. Wir haben uns arrangiert. Daraus ist sehr schnell eine einvernehmliche dominante Beziehung geworden.“

Sie sprach ruhig und ließ Celina bewusst außen vor.

„Ich bin masochistisch und devot. Marcus ist dominant. Ich habe ihm die Kontrolle angeboten und gegeben. Es gab klare Absprachen, Spielzeuge, Schmerzreize, Sex. Auch intensivere Praktiken. Das hat für mich entlastend gewirkt. Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass ich emotionale und sexuelle Nähe auch auf andere Weise brauche – weicher, auf Augenhöhe. Das hat zu inneren Konflikten geführt.“

Bei der Untersuchung blieb sie ebenfalls vorsichtig:

„Bei der erneuten gynäkologischen Untersuchung durch Dr. Vogel kam es zu starken Reizen – Katheter, Spülung, Sondierung, festes Abbinden der Brüste zur Tastung und Reizstrom. Durch ein Versehen wurde die Stromstärke zu hoch. Ich bin sehr heftig gekommen und habe gesquirtet. Danach habe ich Dr. Vogel erklärt, dass ich Schmerzen, die nicht vom Rheuma stammen, in sexuelle Erregung umsetze. Automatisch und stark.“

Sarah sah Dr. Sommer an.

„Aktuell bin ich in einem Einzelzimmer untergebracht, die Therapie wurde um sechs Wochen verlängert, und ich habe gestern mit Marcus Regeln für unsere Dynamik besprochen. Ich bin hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach klarer Unterwerfung und dem Bedürfnis, auch andere Formen von Nähe zuzulassen. Das belastet mich. Deshalb wollte ich das Konsil vorziehen.“

Celinas Namen, das Bewegungsbad, die abgeschlossene Tür, die gemeinsame Nacht und die ganze Dreieckskonstellation ließ sie weg. Kein Wort über die Physiotherapeutin. Kein Hinweis, der Celinas Job gefährden könnte.

Dr. Sommer notierte, nickte zwischendurch und fragte schließlich:

„Gibt es außer dem Mitpatienten noch andere Personen, die in diese Konflikte involviert sind?“

Sarah hielt dem Blick stand.

„Die wesentlichen Konflikte laufen gerade zwischen mir, meinem Körper und der Beziehung zu Marcus. Mehr möchte ich dazu im Moment nicht ausführen.“

Sie hatte Celina geschützt.
Die Geschichte, die Dr. Sommer hörte, war wahr – nur unvollständig.
Und Sarah spürte genau, dass diese Lücke sie später noch einholen könnte.