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Das Gespräch mit der Klinikleitung und der Umzug
Teil 101: Gespräch mit der Klinikleitung und Umzug
Um 8:00 Uhr pünktlich stand Sarah vor dem Büro der ärztlichen Leitung. Die Sekretärin winkte sie direkt hinein. Hinter dem Schreibtisch saß Dr. Ellenberger, die ärztliche Leiterin – eine Frau Mitte Fünfzig mit kurzem Grau und einem Aktenordner, in dem Sarahs Name bereits aufgeschlagen war. Neben ihr saß ein Vertreter der Verwaltung.
„Frau Schmidt, danke, dass Sie so pünktlich sind“, begann Dr. Ellenberger. „Es geht um zwei Punkte: das von Dr. Vogel angeforderte psychologische Konsil und die Verlängerung Ihres Aufenthalts.“
Sie blätterte kurz in den Unterlagen.
„Die gynäkologische Abteilung hat uns über die Untersuchung und Ihre sehr deutliche körperliche Reaktion informiert. Ebenso über Ihre eigene Erklärung zu einer stark ausgeprägten masochistischen Reaktionsweise. Wir halten ein psychologisches Konsil für notwendig, um einzuschätzen, wie wir damit im weiteren Behandlungsverlauf umgehen. Der Termin steht bereits: morgen, 11:30 Uhr, bei Herrn Dr. Sommer, Psychologie. Bitte erscheinen Sie dort.“
Sarah nickte.
„Zweitens: Die Fachabteilungen halten eine Verlängerung um mindestens sechs Wochen für sinnvoll. Die Kostenübernahme wird beantragt. In dem Zuge verlegen wir Sie heute Vormittag in ein Einzelzimmer. Zimmer 214, Station B. Das Doppelzimmer wird benötigt, und bei der Länge des weiteren Aufenthalts ist ein Einzelzimmer angemessen.“
Die Verwaltungsmitarbeiterin schob ihr ein Formular über den Tisch. „Hier bitte unterschreiben – Kenntnisnahme der Verlegung und des Konsil-Termins.“
Sarah unterschrieb. Das Gespräch dauerte keine fünfzehn Minuten. Sachlich, knapp, ohne Raum für persönliche Ausführungen.
Zurück auf der Station half eine Pflegekraft beim Umzug. Sarah packte ihre Sachen. Den Großteil steckte sie in die Tasche und den kleinen Koffer. Ein altes T-Shirt, ihre Zahnbürste und den schwarzen Samtbeutel mit den Toys legte sie bewusst auf Marcus’ Bett – wie vereinbart.
Marcus war bei seiner Therapie. Sie schrieb ihm nur eine kurze Nachricht auf einen Zettel und legte ihn daneben:
Zimmer 214. Sachen liegen hier. Konsil morgen 11:30. – S.
Das neue Einzelzimmer war kleiner, ruhiger und nach hinten zum Park hinaus gelegen. Ein Bett, ein Schrank, ein Waschbecken, ein Fenster. Kein zweites Bett. Kein Eisbär. Keine unmittelbare Nähe.
Sarah stellte den Koffer ab, setzte sich auf die Bettkante und ließ den Blick durch den leeren Raum wandern.
Sechs weitere Wochen. Ein eigenes Zimmer. Ein psychologisches Konsil. Und die offene Antwort von Celina.
Der Klinikalltag hatte die private Dynamik gerade offiziell umgebaut.