Computerfehler
Sarahs Sicht
Sarah sah von dem Schreiben auf und begegnete Marcus’ Blick. Seine Worte – Pack nicht alles. Lass ein paar Sachen hier … Du bist nicht weg – trafen sie tiefer, als sie erwartet hatte.
Einen Moment lang spürte sie Erleichterung. Er stieß sie nicht weg. Er behandelte den Umzug nicht wie ein Ende. Die Zahnbürste, ein Shirt, die Toys … das klang nach einem Anker, nach dem Versuch, die Verbindung räumlich und symbolisch aufrechtzuerhalten. Ein warmer, devoter Impuls regte sich in ihr: Er will mich behalten.
Direkt darunter lag jedoch etwas anderes.
Ein leiser, klarer Widerstand.
Sie faltete das Schreiben langsam zusammen und legte es beiseite.
„Ich höre, was du sagst“, antwortete sie ruhig, aber bestimmt. „Und ein Teil von mir will genau das tun. Ein Shirt dalassen. Die Toys. Damit es sich anfühlt, als wäre ich noch hier.“
Sie hielt seinen Blick.
„Aber ich ziehe morgen in ein Einzelzimmer. Offiziell. Und das psychologische Konsil kommt auch. Ich kann nicht so tun, als wäre das nur ein anderes Bett auf demselben Flur. Es ist eine Veränderung. Und ich brauche, dass du das auch so siehst.“
Sarah atmete einmal aus. Die Nacktheit unter dem Poloshirt, die Feuchtigkeit auf ihrer Brust und die Spuren von ihm auf ihrer Haut machten es schwer, klar zu bleiben – trotzdem tat sie es.
„Ich lasse etwas hier, wenn du das willst. Als Zeichen. Aber ich werde nicht so tun, als wäre ich noch deine Zimmernachbarin, die du jederzeit anweisen kannst. Wir müssen neu klären, wie das weitergeht. Mit dem Einzelzimmer. Mit den sechs Wochen. Mit dem Konsil.“
Sie stand auf, trat näher und legte eine Hand an seine Brust, genau über dem Herzschlag.
„Ich bin nicht weg. Das stimmt. Aber ich bin ab morgen auch nicht mehr zwei Schritte entfernt. Das müssen wir beide aushalten.“
Ihre Stimme wurde leiser.
„Sag mir, dass du das verstehst. Nicht nur, dass ich Sachen hierlassen soll.“