Computerfehler

Was geht Marcus nun durch den Kopf?

Was Marcus gerade durch den Kopf geht

Marcus steht noch immer in der Mitte des Zimmers und starrt auf das Schreiben in Sarahs Hand. Hinter der ruhigen Miene läuft es heiß und eng.

Einzelzimmer. Ab morgen.

Der erste Gedanke ist rein territorial. Das Doppelzimmer war der Rahmen, in dem er die Kontrolle hatte – die Nähe, die Nächte, das Wissen, dass sie nur zwei Schritte entfernt lag, der Eisbär als stiller Zeuge. Ab morgen fällt das weg. Sie wird in einem anderen Trakt schlafen, hinter einer eigenen Tür. Er kann sie nicht mehr einfach anweisen, sich hinzulegen, die Kugeln zu tragen oder ihm zuzusehen. Die spontane, körperliche Verfügbarkeit ist vorbei.

Gleichzeitig denkt er an die sechs Wochen.
Sechs weitere Wochen. Das bedeutet mehr Zeit. Mehr Möglichkeiten. Aber auch mehr Risiko, dass die Dynamik sich verdünnt, sobald die räumliche Enge fehlt. Und das psychologische Konsil … Dr. Vogel hat etwas ausgelöst. Wenn die Psychologen sich einschalten, könnte jemand die Beziehung zwischen ihnen hinterfragen – die Dominanz, die intensiven Praktiken, die Nacht bei Celina, den Kuss, den er nicht hat abwehren können.

Dann kommt der körperliche Nachhall.
Er ist gerade in ihr gewesen, hat auf ihren Brüsten gekommen, hat ihren Mund auf dem seinen gespürt, obwohl er das eigentlich nicht zulassen wollte. Der Geschmack von ihr, das Gefühl, wie sie ihn festgehalten und geküsst hat, sitzt noch in ihm. Die Erektion ist zwar zurückgegangen, aber die Erregung nicht ganz. Der Gedanke, dass sie ab morgen nicht mehr hier schläft, macht etwas Wütendes und Besitzergreifendes in ihm wach.

Ich habe sie gerade erst richtig genommen. Und jetzt nehmen sie mir den Raum weg.

Ein weiterer, unangenehmer Gedanke: Celina.
Wenn Sarah ein Einzelzimmer hat, wird es leichter für die beiden, sich zu sehen, ohne dass er direkt daneben liegt. Die zärtliche Nacht, von der Sarah so ausführlich berichtet hat, könnte sich wiederholen – ohne dass er etwas davon mitbekommt.

Marcus spürt, wie sich seine Kiefermuskeln anspannen.

Er will die Kontrolle nicht verlieren.
Nicht über sie.
Und nicht über das, was zwischen ihnen entstanden ist.

Laut sagt er nur:

„Pack nicht alles. Lass ein paar Sachen hier. Zahnbürste, ein Shirt, die Toys. Du bist nicht weg. Du bist nur in einem anderen Zimmer.“

Doch innerlich rechnet er bereits durch, wie er die neue Situation wieder unter seine Regeln bringen kann.