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Mittagessen

Teil 86: Gemeinsames Mittagessen

Sarah kam mit etwas Verspätung in die Cafeteria. Die Untersuchung bei Dr. Vogel lag noch schwer in ihren Gliedern – das Pochen zwischen den Beinen, die empfindlichen Brüste, die Erschöpfung nach dem heftigen Orgasmus. Sie hatte sich nur notdürftig frisch gemacht und trug wieder Sport-BH, Slip, Poloshirt und Jogginghose.

Marcus saß bereits am gewohnten Zweiertisch am Rand, den Rücken zur Wand. Vor ihm standen zwei Tabletts. Als er sie sah, musterte er sie vom Kopf bis zu den Füßen, ruhig und aufmerksam. Er registrierte die leichte Unsicherheit in ihrem Gang, die geröteten Wangen und die Art, wie sie sich setzte – vorsichtig, als wäre der Körper noch nicht ganz bei ihr.

„Du warst in der Gynäkologie“, stellte er fest. Keine Frage.

Sarah nickte und nahm den Platz ihm gegenüber. „Es lag ein Zettel im Postfach. Dr. Vogel wollte mich sofort sehen. Wegen der Werte von letzter Woche.“

Marcus schob ihr das Glas Wasser hin. „Und?“

Sie legte das Besteck zurecht, ohne gleich zu essen. „Es war … intensiv. Katheter, Spülung, Sondierung, Brustuntersuchung. Und am Ende Reizstrom. Es ist etwas schiefgelaufen mit der Stärke. Ich bin sehr heftig gekommen. Ich habe gesquirtet. Vor ihr.“

Sie sagte es leise, aber klar. Kein Ausweichen.

Marcus hörte zu, ohne sie zu unterbrechen. Nur seine Finger trommelten einmal kurz auf der Tischkante und wurden wieder still. „Du hast es ihr erklärt? Wegen deiner Veranlagung?“

„Ja. Dass ich Schmerzen, die nicht vom Rheuma kommen, in Lust umsetze. Sehr stark. Sie hat es notiert und gesagt, sie wird künftig anders damit umgehen.“

Er nickte langsam. Dann sah er sie länger an. „Und die Nacht?“

Sarah hielt seinem Blick stand. „War gut. Zärtlich. Anders als bei dir. Wir haben viel geredet. Und uns berührt. Ich bin froh, dass ich dort war. Und ich bin auch froh, dass ich wieder hier bin.“

Eine kurze Stille legte sich über den Tisch. Das Besteck klapperte an den Nachbartischen, Tabletts wurden abgestellt, Gespräche murmelten im Hintergrund.

Marcus schob ihr den Teller mit dem Fisch und dem Gemüse hin. „Iss. Du siehst aus, als bräuchtest du es.“

Sarah begann zu essen. Zwischendurch spürte sie seinen Blick. Nicht fordernd, nicht wütend – eher abwägend und nah.

„Wir reden nachmittags weiter“, sagte er schließlich. „In Ruhe. Im Zimmer.“

Sie nickte.
Unter dem Tisch berührten sich kurz ihre Knie.
Keiner von beiden zog weg.