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Ballonkatheter

Teil 78: Ballonkatheter und Blasenspülung

Dr. Vogel legte die Instrumente beiseite und sah Sarah wieder an. Ihr Ton blieb sachlich und ruhig.

„Zusätzlich schlage ich eine Blasenspülung vor. Bei den vorliegenden Reizungen und den Entzündungswerten im Abstrich ist nicht auszuschließen, dass Bakterien in die Blase aufgestiegen sind oder dort bereits eine leichte Reizung vorliegt. Mit einer Spülung können wir mögliche Keime mechanisch auswaschen und die Blasenschleimhaut beruhigen.“

Sie erklärte weiter:

„Dafür muss der jetzige einfache Katheter gegen einen Ballonkatheter – also einen Foley-Katheter – ausgetauscht werden. Der hat am Ende einen kleinen Ballon, der in der Blase mit steriler Flüssigkeit aufgefüllt wird und den Katheter sicher an Ort und Stelle hält. So kann ich die Spüllösung einbringen, einwirken lassen und wieder ablassen, ohne dass der Katheter herausrutscht.“

Sarah spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog. „Und der bleibt dann …?“

„Vorübergehend. Für die Dauer der Spülung und die anschließende kurze Beobachtungszeit. Danach kann er in den meisten Fällen wieder entfernt werden, sofern nichts dagegen spricht. Ich werde Sie vorher desinfizieren, den liegenden Katheter entfernen und den Ballonkatheter neu legen. Das ist kurz unangenehm, vor allem beim Passieren der Harnröhre und beim Blocken des Ballons.“

Dr. Vogel bereitete bereits das sterile Set vor: den Ballonkatheter, die Spritze mit Blockflüssigkeit, die Spüllösung und frische Tücher.

„Ich mache das jetzt Schritt für Schritt. Sagen Sie Bescheid, wenn es zu stark zieht oder brennt. Einmal tief ausatmen, wenn ich den alten Katheter entferne und den neuen einführe.“

Sie zog frische Handschuhe an, löste den bisherigen Katheter und zog ihn langsam heraus. Sarah spürte das ungewohnte Gleiten und ein kurzes Brennen. Direkt danach desinfizierte Dr. Vogel erneut und führte den Ballonkatheter ein. Als er in der Blase lag, blockte sie den Ballon mit der vorgeschriebenen Menge steriler Flüssigkeit. Ein dumpfes, fremdes Druckgefühl breitete sich im Unterbauch aus.

„Der Ballon sitzt. Jetzt beginnt die Spülung. Sie werden spüren, wie die Flüssigkeit einläuft und die Blase sich dehnt. Das kann unangenehm drücken, sollte aber nicht stark schmerzen.“

Dr. Vogel schloss die Spüllösung an und ließ die Flüssigkeit langsam einlaufen. Sarah lag still, den Katheter und den sich füllenden Druck in der Blase deutlich spürend, und starrte an die Decke, während die Untersuchung in die nächste, noch intensivere Phase überging.