Computerfehler
Sondierung notwendig
Teil 77: Katheter und Untersuchung durch den Muttermund
Dr. Vogel beendete die äußere Inspektion und die Spekulumeinstellung. Sie legte das Instrument beiseite, streifte die Handschuhe ab und setzte sich kurz auf den Hocker, sodass sie Sarahs Blick auf Augenhöhe begegnete.
„Frau Schmidt, die Schleimhaut ist weiterhin gereizt und stellenweise verletzlich. Für die weiteren Untersuchungen brauche ich einen freien und übersichtlichen Befund. Deshalb ist das Legen eines Blasenkatheters notwendig. Die Blase muss vollständig entleert sein, damit ich den Unterbauch und die Gebärmutter besser tasten und per Ultraschall beurteilen kann – und damit nichts die Sicht behindert.“
Sie machte eine kurze Pause und fuhr ruhig fort:
„Zusätzlich werde ich ein dünnes Untersuchungsinstrument durch den Muttermund in die Gebärmutterhöhle einführen. Das ist eine Uterussonde bzw. ein entsprechendes Sondierungsinstrument. Damit prüfe ich Länge, Verlauf und mögliche Empfindlichkeiten oder Auffälligkeiten im inneren Bereich. Es kann kurz unangenehm ziehen oder drücken. Wenn es stechend weh tut, sagen Sie sofort Bescheid.“
Sarah schluckte. „Beides … jetzt?“
„Ja. Beides jetzt. Zuerst der Katheter, dann die Sondierung. Danach machen wir den Ultraschall und einen frischen Abstrich. Es dauert nicht lange, aber es ist etwas intensiver als beim letzten Mal.“
Dr. Vogel zog frische sterile Handschuhe an, bereitete den Einmalkatheter, Gleitgel und das dünne, sterile Sondierungsinstrument vor. Sie erklärte jeden Schritt, während sie arbeitete:
„Ich desinfiziere jetzt den Eingang zur Harnröhre und führe den Katheter ein. Einmal tief ausatmen.“
Der Katheter glitt mit deutlichem, fremdem Druck in die Blase. Sarah spürte das ungewohnte Gefühl der Entleerung und das Liegen des Schlauchs. Dr. Vogel fixierte ihn kurz und wandte sich dann dem Spekulum und dem Sondierungsinstrument zu.
„Jetzt kommt das Instrument durch den Muttermund. Versuchen Sie, das Becken ganz locker zu lassen.“
Das dünne Metallinstrument setzte an dem Muttermund an und wurde langsam, mit leichtem, aber bestimmtem Druck vorgeschoben. Sarah spürte ein klares, ziehendes Gefühl tief im Unterleib – nicht unerträglich, aber sehr präsent und ungewohnt. Dr. Vogel arbeitete ruhig und präzise, prüfte die Länge und den Verlauf und zog das Instrument nach kurzer Zeit wieder zurück.
„Gut so. Beides ist erledigt. Jetzt folgt der Ultraschall und der Abstrich. Der Katheter bleibt vorerst liegen, bis wir fertig sind.“
Sarah lag still, den Blick an die Decke gerichtet, und spürte den Katheter ebenso deutlich wie das Nachgefühl der Sondierung. Die Untersuchung war medizinisch notwendig – und gleichzeitig deutlich eindringlicher als alles, was sie bisher in der Klinik erlebt hatte.