Computerfehler

Der Kuss

Teil 70: Sarah küsst Celina

Sarah hob den Kopf von Celinas Schulter. Die Tränen waren noch nicht ganz getrocknet, aber etwas in ihr hatte sich verschoben – nicht gelöst, aber klarer geworden.

Sie sah Celina an, legte eine Hand an ihre Wange und küsste sie.

Der Kuss war langsam und bewusst. Keine gierige Überforderung wie im Bewegungsbad, kein verstecktes Schuldgefühl. Nur Wärme, Lippen auf Lippen, ein leises Ausatmen gegen den Mund der anderen. Celina erwiderte den Kuss vorsichtig, ließ Sarah das Tempo bestimmen, und öffnete die Lippen erst, als Sarah es tat.

Als sie sich langsam lösten, blieben ihre Stirnen aneinandergelehnt.

„Ich will diese Nacht mit dir jetzt genießen“, flüsterte Sarah. Die Stimme war rau, aber fest. „Nicht weiter grübeln. Nicht permanent abwägen, wem ich gehöre und was morgen ist. Ich möchte einfach ein paar wunderschöne Augenblicke mit dir haben. Hier. Jetzt.“

Celina atmete hörbar aus, als fiele eine Last von ihr. Ihre Finger strichen über Sarahs Wange und wischten eine letzte Feuchtigkeit weg.

„Dann genießen wir sie“, murmelte sie. „Ohne Druck. Ohne Entscheidungen. Nur wir.“

Sarah nickte und küsste sie erneut – diesmal etwas tiefer, länger. Celinas Hand glitt in ihren Nacken, zog sie näher, und der weiche Stoff von Sarahs Schlafanzug streifte das kurze Top. Der Kuss wurde wärmer, suchender, aber ohne Eile.

Als sie sich wieder lösten, lächelte Celina zum ersten Mal an diesem Abend richtig.

„Komm“, sagte sie leise und stand auf, die Hand noch in Sarahs. „Wir können hier auf dem Sofa bleiben. Oder ins Bett gehen. Du entscheidest.“

Sarah blieb einen Moment sitzen, spürte die Wärme auf den Lippen und den ruhigen Entschluss in sich.

„Ins Bett“, antwortete sie. „Aber langsam. Ich will es spüren. Jeden Augenblick.“

Celina zog sie hoch und führte sie die wenigen Schritte in das kleine Schlafzimmer.
Die Nacht gehörte jetzt nur noch ihnen.
Und Sarah wollte sie nicht länger mit Zweifeln füllen.