Computerfehler
Das Gespräch mit Celina
Teil 66: Gespräch mit Celina und Abmeldung
Sarah fand Celina im Physio-Bereich, gerade als diese den Behandlungsraum nach der letzten Patientin des Nachmittags abschloss. Celina trug wieder das weite Poloshirt, die Haare waren zu einem praktischen Knoten hochgesteckt. Als sie Sarah sah, blieb sie stehen, der Schlüssel noch in der Hand.
„Du siehst aus, als hättest du etwas zu sagen“, bemerkte Celina leise.
Sarah nickte. „Hast du einen Moment? Nur wir beide.“
Sie gingen in einen der leeren Übungsräume. Die Tür blieb angelehnt. Sarah lehnte sich an die Sprossenwand, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, und suchte nach den richtigen Worten.
„Ich habe mit Marcus gesprochen“, begann sie. „Ich habe ihm gesagt, dass ich eine Nacht mit dir allein verbringen möchte. Nur wir beide. Ohne ihn.“
Celinas Augen wurden größer. Sie schloss die Tür vollständig und trat näher. „Ernsthaft?“
„Ja. Ich komme nicht klar. Zwischen dem, was ich bei ihm fühle – dieser Kontrolle, diesem Sich-Hingeben – und dem, was vorhin mit dir im Wasser und später im Zimmer passiert ist. Das war anders. Intensiv auf eine Weise, die mich durcheinanderbringt. Ich brauche eine Nacht, in der ich das sortieren kann. Ohne dass er zusieht oder entscheidet.“
Celina biss sich auf die Unterlippe. „Und er … hat zugestimmt?“
„Er hat gesagt, ich soll dich fragen. Und danach zu ihm kommen und die Wahrheit sagen. Mehr nicht.“ Sarah hielt ihren Blick. „Willst du das? Eine Nacht nur mit mir?“
Einen Moment lang sagte Celina nichts. Dann kam ein kleines, ungläubiges Lächeln. „Ja. Verdammt, ja. Ich will das.“
Sarah atmete erleichtert aus. „Gut. Dann organisiere ich das. Ich melde mich für die nächste Nacht in der Klinik ab. Offiziell. Privatübernachtung außerhalb, oder wie auch immer sie das nennen. Ich finde eine Lösung.“
Celina trat noch einen Schritt näher und legte vorsichtig eine Hand an Sarahs Unterarm. „Wo willst du hin?“
„Ich schau, ob ich ein Zimmer in der Nähe bekomme. Oder … wenn du magst, bei dir. Wenn das für dich in Ordnung ist.“
Celina nickte langsam. „Bei mir. Meine Wohnung ist klein, aber es ist ruhig. Und niemand stört uns.“ Ihre Stimme wurde weicher. „Du musst nichts entscheiden müssen, Sarah. Wir können einfach … sehen, was passiert. Ohne Druck.“
Sarah legte ihre Hand über Celinas. „Genau das brauche ich.“
Später am Nachmittag stand Sarah am Empfang. Die Mitarbeiterin tippte etwas in den Computer.
„Frau Schmidt, Sie möchten sich für die kommende Nacht abmelden? Private Übernachtung außerhalb der Klinik?“
„Ja. Aus persönlichen Gründen. Ich bin morgen früh wieder da, vor der ersten Therapie.“
Die Frau notierte es, ließ sie ein Formular unterschreiben und händigte ihr einen Laufzettel aus. „In Ordnung. Bitte melden Sie sich bei Rückkehr am Empfang. Gute Nacht dann schon mal.“
Sarah steckte den Zettel ein und ging zurück auf den Flur. Das Herz schlug schneller.
Die Nacht mit Celina war beschlossen. Marcus wusste davon. Und zum ersten Mal seit ihrer Ankunft würde sie eine Nacht nicht in dem Doppelzimmer verbringen.