Computerfehler

Höhere Spannung

Teil 48: Höhere Spannung

Marcus’ Stimme war leise geblieben, aber der Ton hatte sich verändert. Kälter. Präziser.

„Näher“, wiederholte er, als keine von beiden sich sofort bewegte. „Jetzt.“

Sarah gehorchte zuerst. Die Liebeskugeln rollten schwer, als sie die zwei Schritte zu seinem Bett machte. Celina folgte, blieb jedoch bewusst halb neben, halb vor ihr stehen.

Marcus musterte sie beide von unten. „Du“, sagte er zu Celina, „hast meine …“ Er suchte kurz nach dem Wort, verwarf es und sprach weiter: „Du hast sie im Wasser genommen, während sie etwas von mir in sich getragen hat. Und jetzt stehst du hier und willst sie beschützen.“

Celina hielt stand. „Ja. Weil du gleich den Fehler machen wirst, ihr die Schuld zu geben. Und die hat sie nicht.“

„Schuld.“ Marcus wiederholte das Wort langsam, als schmecke er es. „Interessantes Wort. Sarah.“ Sein Blick schnitt zu ihr. „Hast du ihr von den Kugeln erzählt, bevor sie dich angefasst hat? Oder erst danach?“

Sarah spürte, wie ihr Mund trocken wurde. „Danach. Als sie gefragt hat.“

„Und hast du versucht, sie zu stoppen?“

Die Frage hing scharf im Raum. Sarah zögerte nur einen Herzschlag zu lang. „Nein.“

Celina drehte den Kopf zu ihr, überrascht. Marcus lächelte nicht. Es war nur ein ganz kleines, kaltes Zucken am Mundwinkel.

„Nein“, wiederholte er. „Du hast ‚Mehr‘ gesagt. Und dann hast du sie machen lassen. Mit meinen Kugeln in dir. Und jetzt bringt sie dich zurück und stellt sich vor dich, als müsste sie dich vor mir retten.“

Celina ging einen halben Schritt nach vorne. „Hör auf, sie so anzusehen. Sie war in einer Situation, die ich geschaffen habe. Ich habe das Licht ausgemacht. Ich habe abgeschlossen. Ich—“

„Du warst erregt“, schnitt Marcus ihr das Wort ab. Die Stimme blieb ruhig, wurde aber härter. „Du hast eine Patientin im abgeschlossenen, dunklen Bewegungsbad gefingert und geküsst, während sie die Spielzeuge eines anderen Mannes in sich hatte. Und jetzt willst du die Edle spielen.“

Celinas Wangen brannten. „Ich spiele nichts. Ich stehe zu dem, was ich getan habe.“

„Gut.“ Marcus lehnte sich vor. „Dann steh auch dazu, dass du sie mir gerade streitig machen willst. Mitten in meinem Zimmer. Während sie immer noch meine Kugeln in sich trägt.“

Sarah spürte, wie die Spannung zwischen den beiden so dicht wurde, dass die Luft im Zimmer sich zu verändern schien. Die Kugeln in ihr lagen plötzlich noch schwerer.

Celina antwortete leise, aber mit einer neuen Schärfe: „Vielleicht will ich das. Vielleicht will ich sehen, ob du überhaupt bereit bist, sie zu teilen. Oder ob du nur der bist, der morgens Kugeln in sie schiebt und abends Rechenschaft verlangt.“

Marcus’ Augen wurden einen Moment lang sehr dunkel.
„Vorsicht“, sagte er nur.

Das eine Wort reichte.
Die Spannung im Zimmer war jetzt greifbar, scharf und gefährlich.