Computerfehler
Celina erklärt sich
Teil 46: Celina erklärt und schützt
Celina schloss die Tür, drehte den Schlüssel um und blieb mit dem Rücken daran lehnen, als bräuchte sie den festen Punkt. Dann trat sie einen Schritt vor, leicht vor Sarah, fast so, als wollte sie sich zwischen sie und Marcus stellen.
„Es war meine Schuld“, sagte sie klar und ohne Umschweife. Die Stimme zitterte nur ganz leicht. „Nicht ihre. Ich habe die Grenze überschritten. Komplett.“
Marcus sagte nichts. Er sah sie nur an und wartete.
Celina holte einmal tief Luft. „Wir waren im Bewegungsbad. Ich habe sie von hinten korrigiert, bin zu nah gekommen. Dann hat sie … etwas gesagt. Ein Wort. Und ich bin ausgerastet. Licht ausgemacht, Tür abgeschlossen, Schlüssel stecken gelassen. Ich habe sie angefasst. Ihre Brüste, zwischen den Beinen. Ich habe die Kugeln gespürt und trotzdem weitergemacht. Sie hat deinen Namen gesagt, und ich … ich wollte trotzdem nicht aufhören.“
Sie warf Sarah einen kurzen, seitlichen Blick zu, dann schaute sie Marcus wieder fest in die Augen.
„Sarah hat mich nicht verführt. Sie hat nicht gedrängt. Ich war die Therapeutin. Ich hätte sofort stoppen müssen. Habe ich nicht. Wenn jemand Konsequenzen tragen muss, dann ich. Nicht sie.“
Sarah wollte etwas sagen, doch Celina hob leicht die Hand und sprach weiter, schneller jetzt:
„Ich weiß, dass die Kugeln von dir sind. Ich weiß, dass du ihr heute Morgen gesagt hast, sie soll sie den ganzen Tag tragen. Und ich weiß, dass das, was ich getan habe, in deine … Sache mit ihr reinplatzt. Aber ich stehe dazu. Ich wollte sie. Und ich wollte dich danach kennenlernen, weil ich nicht einfach so tun konnte, als wäre nichts gewesen.“
Sie schwieg. Die Schultern waren angespannt, die Hände zu Fäusten geballt, aber sie wich seinem Blick nicht aus.
Marcus lehnte sich langsam zurück an die Wand. Sein Gesicht blieb ruhig, fast unleserlich. Nur die Augen waren sehr wach.
„Du nimmst sie in Schutz“, stellte er fest.
„Ja“, antwortete Celina ohne Zögern. „Weil sie es nicht verdient hat, dass du ihr jetzt die Schuld gibst. Die Schuld ist meine.“
Einen Moment lang war es still im Zimmer. Sarah stand etwas hinter Celina, spürte die schweren Liebeskugeln in sich und den Blick von Marcus, der zwischen den beiden Frauen hin- und herging.
Marcus’ Finger trommelten einmal kurz auf der Matratze. Dann sagte er nur: „Weiter.“