Computerfehler
Marcus‘ Reaktion
Teil 45: Marcus’ Reaktion
Marcus saß auf seinem Bett, den Rücken an die Wand gelehnt, ein Buch in der Hand, den kleinen Eisbären wie immer am Kopfkissen. Als die Tür aufging und Sarah eintrat – und direkt hinter ihr Celina –, senkte er das Buch langsam.
Sein Blick ging zuerst zu Sarah. Er registrierte die noch feuchten Haarspitzen, die leichte Röte in ihrem Gesicht, die Art, wie sie stand (etwas zu angespannt, die Schenkel unwillkürlich näher beieinander). Dann glitt sein Blick tiefer, als könnte er die Liebeskugeln in ihr sehen. Etwas in seinem Ausdruck bestätigte, dass er genau wusste, dass sie noch da waren.
Erst danach sah er Celina an.
Die junge Physiotherapeutin stand etwas unsicher, aber aufrecht hinter Sarah. Das weite Poloshirt konnte nicht verbergen, dass darunter derselbe Körper war, der gerade noch nackt an Sarahs Rücken gepresst hatte. Marcus musterte sie ruhig, ohne zu lächeln, ohne Überraschung zu zeigen. Nur diese kühle, prüfende Aufmerksamkeit.
Eine lange, schwere Sekunde sagte niemand etwas.
Dann legte Marcus das Buch beiseite.
„Du hast die Stunde überzogen“, stellte er fest. Die Stimme war ruhig, fast beiläufig. Sein Blick blieb bei Sarah. „Und du bringst Besuch mit.“
Sarah öffnete den Mund, doch er hob leicht eine Hand und schnitt ihr das Wort ab.
„Komm näher.“
Als Sarah einen Schritt auf ihn zu machte, spürte sie sofort, wie die Kugeln sich bewegten. Marcus bemerkte das minimale Zucken in ihrem Gesicht. Ein sehr kleines, zufriedenes Zucken ging über seinen Mund.
Dann sah er wieder zu Celina.
„Du bist die Physiotherapeutin. Celina.“ Es war keine Frage. „Du hast sie im Wasser angefasst. Mit meinen Kugeln in ihr.“
Celina hielt seinem Blick stand, auch wenn ihre Wangen leicht brannten. „Ja.“
Marcus nickte einmal, langsam. Er lehnte sich etwas vor, die Unterarme auf die Oberschenkel gestützt, und betrachtete die beiden Frauen.
„Dann komm auch du näher“, sagte er leise. „Und schließt die Tür. Abschließen.“
Seine graublauen Augen wanderten von einer zur anderen.
„Wir reden. Und danach entscheiden wir, was jetzt passiert.“