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Die Auswirkungen auf Sarah

Auswirkung auf Sarahs Selbstbild

Marcus’ Verhalten veränderte Sarahs Selbstbild in einer stillen, aber tiefgreifenden Weise.

Vor diesem Klinikaufenthalt hatte sie sich vor allem über ihre Krankheit definiert: die Frau mit dem Rheuma, dem aufgeschwemmten Körper durch Cortison, den steifen Fingern und den Tagen, an denen sie vor Schmerzen weinen konnte. Sexualität war für sie lange ein Bereich gewesen, in dem sie den Schmerz bewusst suchte, um den anderen, unkontrollierbaren Schmerz zu überschreiben – ein Notventil, das sie allein und oft mit einem Gefühl von Scham bediente.

Jetzt, unter Marcus’ klarem, unnachgiebigem Blick und seinen ruhigen Anweisungen, verschob sich etwas.

Sie erlebte sich plötzlich nicht mehr nur als Patientin oder als Frau, deren Körper sie im Stich ließ. Sie erlebte sich als jemand, der begehrt und gesteuert wurde – genau so, wie sie war. Mit den großen, empfindlichen Brüsten, dem weichen Bauch, den gereizten Schamlippen und der Bereitschaft, sich auszuziehen, zu knien (oder die angepasste Position einzunehmen), zu urinieren, während er zusah, und sich vollständig zu öffnen.

Sein Verhalten sagte ihr ohne viele Worte:
Du bist nicht zu viel. Du bist nicht zu kaputt. Deine Hingabe, dein Schmerz, dein Gehorchen – das ist genau das, was ich will.

Das stärkte etwas in ihr, das lange verborgen gewesen war. Die devote, masochistische Seite fühlte sich nicht mehr wie ein schmutziges Geheimnis an, das man verstecken musste, sondern wie etwas, das gesehen und angenommen wurde. Gleichzeitig machte es sie verletzlicher. Je mehr sie sich seiner Kontrolle überließ, desto stärker wurde die Frage: Was bin ich ohne diese Struktur? Was bleibt von mir, wenn er den Blick abwendet?

Die Tatsache, dass er selbst eine tiefe Verletzlichkeit mit sich trug – die Impotenz, den abgebrochenen Kuss, den alten Eisbären – verhinderte, dass sie sich nur als Objekt fühlte. Sie sah sich plötzlich als Gegenüber: jemand, dem er seine Grenzen zeigte und dem er gleichzeitig erlaubte, ihm nah zu sein.

Kurz gesagt:
Marcus’ Verhalten ließ Sarah sich weniger als kranke Frau und mehr als begehrenswerte, hingegebene Frau erleben.
Es gab ihrem Verlangen nach Kontrolle und Schmerz eine klare Richtung und einen Wert.
Und es öffnete gleichzeitig eine neue, ungeschützte Stelle in ihrem Selbstbild – die Frage, wie sehr sie bereits an seiner Art, sie zu sehen und zu führen, zu hängen begonnen hatte.