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Sarahs Gefühle

Sarahs Gefühle

Sarah blieb still an Marcus’ Rücken geschmiegt, während seine Worte nachwirkten.

Zuerst war da ein Anflug von Unsicherheit. Ich kann ihn nicht so befriedigen, wie ich es gewohnt bin. Kein klassischer Akt. Kein spürbares Hartwerden unter meinen Händen. Ein kleiner, egoistischer Stich von Enttäuschung meldete sich – und löste sich fast sofort wieder auf. Denn darunter lag etwas viel Stärkeres.

Erleichterung.
Seltsamerweise Erleichterung.

Die Tatsache, dass er es so direkt ausgesprochen hatte, nahm den Druck von ihr. Sie musste nichts „reparieren“. Sie musste keine Erektion erzeugen. Und genau das ließ etwas in ihr weicher und gleichzeitig tiefer werden. Seine Befriedigung lag nicht in seiner körperlichen Reaktion, sondern in der Kontrolle über sie, in ihrem Gehorsam, in ihrem Schmerz und ihrem Orgasmus. Das verstand sie. Das konnte sie geben. Das wollte sie geben.

Gleichzeitig spürte sie eine intensive Zuneigung und einen Schutzinstinkt. Die Impotenz war nicht einfach nur ein körperliches Problem. Sie war die direkte Folge jener Wochen, in denen er regungslos gelegen und den Tod anderer gehört hatte. Sein Körper hatte ihm die letzte Form von Kontrolle genommen – und genau deshalb hielt er jetzt so fest an der Kontrolle über Situationen und über sie. Sarah fühlte sich dadurch nicht benutzt, sondern … gebraucht. Auf eine Art, die tiefer ging als bloße Lust.

Ein warmes, devotes Ziehen breitete sich in ihrem Unterleib aus. Die Vorstellung, dass ihr Sich-Hingeben, ihr Stöhnen, ihr Gehorchen für ihn die eigentliche Befriedigung war, erregte sie auf eine neue, stillere Weise. Es nahm dem Ganzen etwas rein Sexuelles und gab ihm gleichzeitig mehr Gewicht.

Und ganz unten, fast versteckt, lag ein Rest Traurigkeit. Nicht für sich. Für ihn. Dafür, dass sein Körper ihn in diesem Punkt im Stich ließ, obwohl er so klar wusste, was er wollte und brauchte.

Sarah küsste noch einmal langsam seinen nassen Rücken, diesmal fester, und flüsterte gegen die Haut:

„Dann gebe ich dir genau das.“

Sie meinte es.
Und zum ersten Mal seit dem Nachmittag spürte sie keine Unsicherheit mehr dabei.