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Die Atmosphäre im Badezimmer

Das Badezimmer war klein und funktional, wie alles in der Klinik. Helle, leicht beige Fliesen an den Wänden, ein schmaler Spiegel über dem Waschbecken, eine einfache Duschkabine mit Milchglas-Tür, die inzwischen fast vollständig beschlagen war. Die Deckenlampe warhell und kühl, warf aber durch den dichten Dampf nur noch ein gedämpftes, milchiges Licht.

Der Dampf hing schwer und feucht in der Luft. Er setzte sich auf der Haut ab, ließ die Fliesen glänzen und tropfte in kleinen Rinnsalen an den Wänden herunter. Der Geruch war eine Mischung aus heißem Wasser, neutralem Klinik-Duschgel und dem warmen, leicht salzigen Duft von nasser Haut. Kein Parfüm, kein Weichspüler – nur dieser klare, ehrliche Dampfgeruch.

Das Prasseln des Wassers dominierte den Raum. Es war laut genug, um Geräusche von draußen zu schlucken, und legte sich wie eine akustische Decke über die beiden. Darunter waren nur noch das leise Klatschen, wenn Hände über nasse Haut glitten, und das gelegentliche Tropfen vom Duschkopf, wenn jemand die Position veränderte.

Die Luft war stickig und warm, fast drückend. Jeder Atemzug fühlte sich schwerer an, die Haut blieb dauerhaft feucht, und der Abstand zwischen den Körpern schien durch den Dampf noch geringer zu werden. Die Glastür war von innen so beschlagen, dass man von draußen nur noch unscharfe Umrisse hätte erkennen können. Es entstand eine enge, abgeschirmte Atmosphäre – als gäbe es in diesem Moment nur die Dusche, das heiße Wasser und die beiden Körper, die sich darunter berührten.

Selbst das Licht wirkte anders: weicher, indirekter, fast intim, obwohl es dieselbe kühle Kliniklampe war. Der Dampf brach die Strahlen und hüllte alles in einen milchigen Schleier.