Computerfehler

Warten oder reingehen?

Sarah blieb stehen, das Informationsblatt der Ärztin noch in der Hand, und spürte, wie ihr Herz schneller schlug.

Die Frage war einfach. Komm rein. Oder warte draußen. Entscheide dich.

Doch genau diese Wahl ließ etwas in ihr stocken. Seit dem Nachmittag hatte Marcus die Entscheidungen getroffen. Er hatte gesagt, was sie ausziehen sollte, wie sie liegen sollte, wann sie kommen durfte. Jetzt gab er ihr plötzlich die Wahl – und das fühlte sich beinahe ungewohnter an als jeder Befehl.

Ihr Blick glitt erneut über seinen nassen Körper. Das Wasser lief über den weichen Bauch, die breiten Schultern, weiter nach unten. Die Empfindlichkeit zwischen ihren Beinen, die nach der Untersuchung und den Klammern immer noch pochte, wurde sofort stärker. Ein warmer, feuchter Impuls machte sich bemerkbar, und sie spürte, wie der Slip sich erneut leicht anlegte.

Wenn ich reingehe, weiß ich, was das bedeutet.

Wenn ich draußen warte, behalte ich einen Rest Abstand – und genau den will ich gerade nicht.

Sarah legte das Blatt und den Therapieplan langsam auf den Nachttisch. Ihre Finger zitterten ein wenig, als sie die Schuhe auszog. Dann ging sie die wenigen Schritte zum Badezimmer, blieb in der geöffneten Tür stehen und sah ihn direkt an.

„Ich komme rein“, sagte sie leise.

Nicht laut. Nicht fordernd. Eher so, als würde sie ihm die Entscheidung zurückgeben, obwohl er sie ihr gerade angeboten hatte. Sie trat über die Schwelle, spürte den warmen Dampf auf der Haut und zog die Tür hinter sich fast, aber nicht ganz zu.

Marcus beobachtete jede Bewegung.

Das Wasser lief weiter.

Und Sarah wusste, dass sie mit diesen drei Worten die nächste Grenze überschritten hatte.