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Der Koffer
Teil 11: Der Koffer
Die Wärme der Umschläge, der milde Tee und die schwere, ruhige Hand auf ihren Fingern wirkten stärker als erwartet. Sarah spürte, wie die Anspannung langsam aus ihrem Körper wich, wie die Augenlider schwer wurden und die Gedanken an Marcus’ Berührung sich mit der Müdigkeit vermischten. Irgendwann glitt sie einfach weg.
Als sie wieder aufwachte, war das Licht im Zimmer weicher geworden. Später Nachmittag. Die Umschläge auf ihren Knien waren nur noch lauwarm. Sie blinzelte, setzte sich halb auf – und erstarrte.
Marcus kniete vor ihrem geöffneten Koffer in der Ecke. Der Deckel war hochgeklappt, einige ihrer Sachen lagen bereits ordentlich auf dem Stuhl: ein paar Shirts, die Waschtasche, die bequemen Socken. Er packte aus. Ruhig, systematisch, als hätte er jedes Recht dazu.
„Was machst du?“, kam es heiser über ihre Lippen. Der Protest saß schon in der Kehle, das automatische Das ist meiner, rühr das nicht an.
Dann sah sie seinen Blick.
Er hielt gerade das kleine, schwarze Stoffbeutelchen in der Hand, das sie ganz unten eingepackt hatte. Den Beutel mit den Toys. Der Reißverschluss war halb geöffnet. Ein schmaler, dunkler Dildo schimmerte heraus, daneben die silbernen Klammern und das kurze, weiche Seil. Marcus betrachtete die Dinge nicht überrascht oder amüsiert. Er betrachtete sie so, wie man Werkzeuge betrachtet, die man kennt. Ruhig. Prüfend. Interessiert.
Sarahs Protest blieb stecken.
Ein heißer, heftiger Schub von Erregung schoss durch ihren Körper, so stark, dass ihr die Luft wegblieb. Die Nässe zwischen ihren Beinen kehrte schlagartig zurück, intensiver als im Bewegungsbad, intensiver als bei seiner Hand auf ihren Fingern. Ihre Nippel spannten sich sofort hart an, und ein dumpfes, hungriges Pochen setzte tief in ihrem Unterleib ein.
Er sieht sie. Er weiß jetzt, was ich mitgebracht habe. Und er schaut nicht weg.
Marcus hob langsam den Blick. Die graublauen Augen trafen die ihren, und für einen Moment sagte keiner etwas. Dann legte er den Beutel nicht zurück in den Koffer. Er legte ihn auf den Nachttisch zwischen ihren Betten – sichtbar, erreichbar, wie eine offene Aussage.
„Du hast tief geschlafen“, sagte er nur. Die Stimme war ruhig, fast beiläufig. „Ich dachte, ich räum auf. Der Koffer stand im Weg.“
Sarah schluckte. Ihr Mund war trocken, der Körper jedoch alles andere als das. Sie spürte, wie feucht der Slip bereits wieder war, wie die Erregung sich schwer und deutlich zwischen ihren Schenkeln sammelte. Der Protest, den sie hatte aussprechen wollen, löste sich auf.
Stattdessen hörte sie sich selbst mit belegter Stimme sagen: „Du … hast alles gesehen.“
Marcus nickte einmal, langsam. „Ja.“ Und der Blick, den er ihr gab, ließ keinen Zweifel daran, dass er genau wusste, was das mit ihr machte.