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Die Klinikumgebung

Die Klinik in Bad Bergzabern lag etwas abseits des Ortskerns, eingebettet in eine leichte Senke am Rand des Pfälzerwaldes. Das Hauptgebäude war ein langgestreckter, dreigeschossiger Bau aus den siebziger Jahren, später modernisiert – helle Fassade, große Fensterfronten und ein flaches Dach, das von weitem fast unscheinbar wirkte. Keine historischen Türmchen, kein Kurpark-Charme wie in den großen Bädern. Hier war alles funktional, klar und ein wenig nüchtern.

Vor dem Eingang erstreckte sich ein weitläufiger Garten mit alten Kastanien und Buchen, deren Kronen im Sommer dichten Schatten warfen. Schmale Kieswege führten zwischen Beeten mit Lavendel, Salbei und niedrigen Rosensträuchern hindurch. Bänke aus dunklem Holz standen in regelmäßigen Abständen, einige im Schatten, andere so platziert, dass man die Sonne auf dem Gesicht spüren konnte. Ein kleiner Teich mit Seerosen lag etwas abseits, umgeben von Schilf und einer niedrigen Mauer aus Sandstein. Das Wasser bewegte sich kaum, nur ab und zu setzte sich ein Libelle darauf.

Hinter dem Hauptgebäude schlossen sich weitere Trakte an: der Physio- und Bewegungsbereich mit dem großen Hallenbad, dessen Fensterfront zum Wald hin geöffnet werden konnte, und ein niedrigerer Bau für die psychosomatische Abteilung. Alles war durch überdachte Gänge verbunden, damit Patienten bei Regen nicht nass wurden. Die Wege waren breit und barrierearm, der Belag weich genug, dass auch wunde Gelenke und unsichere Schritte nicht zu sehr belastet wurden.

Die Luft roch nach feuchtem Laub, Harz und gelegentlich nach dem Chlor aus dem Bewegungsbad, das durch geöffnete Fenster nach draußen zog. In der Ferne hörte man das Rauschen der Bäume und manchmal das entfernte Läuten der Kirche aus dem Ort. Autos waren selten zu sehen – die Klinik lag ruhig, fast isoliert. Nur der leise Verkehr der Zubringerstraße erinnerte daran, dass die Welt draußen weiterging.

Abends, wenn die Sonne hinter dem Wald versank, färbten sich die Fenster orange, und die Kieswege wurden von niedrigen Laternen erhellt. Dann wirkte das Gelände fast geborgen. Tagsüber dagegen blieb der Eindruck klar und medizinisch: weiße Kittel, Rollatoren, das leise Piepen von Rufanlagen und der Geruch von Desinfektionsmittel, der sich mit dem Duft der Bäume mischte.

Es war kein Ort zum Träumen.

Aber ein Ort, an dem man sich zurückziehen konnte – oder an dem man merkte, dass man nicht mehr allein war.