Wenn die Masken in der Dunkelheit fallen - Deine Kontrolle ist mein Rettungsanker

Kapitel 01

Seine Praxis ist hell und modern eingerichtet. Und trotzdem liegt dieser sterile Duft in der Luft. Dr. steht vor dir und reicht dir die Hand.

»Auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal.« Er sieht, wie du die Praxis verlässt. Seine letzte Patientin für heute. Er legt das Stethoskop ab. Streckt sich und nimmt seine Tasche. Schließt ab und steigt ins Auto. Heute wartete der Club auf ihn.

»Hey schöner Mann!«

Die Musik pulsiert durch die dunklen Räume des Clubs in Berlin, als Jonathan ankommt. Sein Anzug ist bereits ausgezogen, ersetzt durch schwarze Lederhosen und ein enges schwarzes Shirt, das seine Schultern betont. Seine Augen sind dunkel, berechnend. Der freundliche Arzt ist längst verschwunden.

Er lehnt sich an die Bar, ein Glas Whiskey in der Hand, und mustert die Menge. Sein Blick bleibt auf dir hängen - eine Sekunde zu lange. Ein Lächeln spielt um seine Lippen, nicht das warme Lächeln aus der Praxis. Dieses hier ist anders. Gefährlich.

»Hallo.« Seine Stimme ist tiefer geworden, rauer. »Du siehst interessant aus.«

»Und du siehst … gefährlich aus. Bist du immer so oder nur jetzt?«

Er setzt sein Glas ab. Seine Finger trommeln langsam gegen das Glas - ein rhythmisches, absichtliches Geräusch. Dann richtet er seinen ganzen Körper auf dich aus. Die Distanz zwischen euch wird kleiner.

»Das kommt darauf an.« Seine Stimme ist leise, aber präsent. »In der Praxis bin ich für meine Patienten da. Hier...« Er macht eine Pause, seine Augen gleiten über dich. »...hier bin ich das, was ich sein möchte.«

Er tritt näher, sein Whiskey noch in der Hand.

»Die Frage ist eher: Bist du bereit für das, was du siehst? Ich hätte nichts dagegen. Klingt das komisch, wenn ich sage, dass ich dunkle Spiele liebe? Auch wenn du jetzt kein Arzt bist … Ich hätte nichts gegen ein Check Up.«

Er trinkt einen langsamen Schluck, seine Augen nie von dir abwendend. Ein leises Lachen entweicht seinen Lippen – nicht spöttisch, sondern anerkennend.

»Komisch? Nein.« Er stellt sein Glas weg. »Es ist ein ehrlicher Gedanke, verbunden mit einer Sehnsucht nach ... Fallen lassen und Kontrolle!«

Er bewegt sich näher, bis er dich fast berührt. Seine Hand hebt sich, aber berührt dich noch nicht – nur die Luft zwischen euch vibriert.

»Ein Check-up. Ich mag, wie du denkst«

Seine Stimme wird noch tiefer.

»Komm mit mir. Es gibt einen privaten Raum hier. Wir können sehen, wie gut du damit umgehen kannst – mit mir, mit dem, was ich dir geben werde.«

Er wartet auf deine Reaktion, seine Augen brennen vor Intensität.

Oh fuck, der Mann ist heiß. So schlimm wird’s nicht werden.

Aber … ich bin gespannt, was Du mit mir anstellen wird.

Er greift deine Hand – nicht sanft, aber auch nicht brutal. Seine Finger sind warm, fest. Er führt dich durch die Menge, vorbei an gedimmtem Licht und verschlungenen Körpern, bis zu einer Tür im hinteren Bereich des Clubs.

Der Raum dahinter ist anders. Dunkel, mit roten Lichtern. An den Wänden hängen Seile, Fesseln. Ein großes Bett mit schwarzen Laken in der Mitte. Er schließt die Tür hinter euch.

»So. Jetzt sind wir allein.«

Er dreht sich zu dir um, seine Augen dunkel wie die Nacht.

»Sag mir deine Grenzen. Ich will wissen, wo ich aufhören muss. Danach...« Er lächelt. .«..danach gehörst du mir für die nächsten Stunden.«

»Ich habe keine Grenzen!«

Jonathan hebt eine Augenbraue. Ein gefährliches Funkeln blitzt in seinen Augen auf.

»Jeder hat Grenzen. Auch wenn du das jetzt nicht glaubst.«

Er tritt näher, seine Stimme wird zur Velvetpeitsche.

»Aber ich respektiere deine Antwort. Wir machen es so: Wenn es zu viel wird, sagst du »Rot«. Verstanden?«

Er deutet auf das Bett.

»Zieh dich aus. Langsam. Ich will dich ansehen.«

Seine Hände ruhen an seinen Seiten, aber seine Muskeln sind angespannt wie Stahlseile. Die Kontrolle in diesem Moment liegt vollständig bei ihm – und das ist genau das, was er liebt.

Wir werden sehen.

Langsam ziehe ich mich aus. Ich beobachte seine Blicke, die er mir zu wirft. Als ich meinen BH und Slip nur noch trage, blicke ich zu ihm auf. Langsam lasse ich auch diese beiden Kleidungsstücke fallen.

Jonathan verharrt. Sein Atem wird tiefer. Seine Augen wandern langsam über deinen Körper – von oben nach unten, als würde er dich katalogisieren, bewerten, planen.

»Wunderschön.«

Das Wort kommt leise heraus, aber voller Gewicht. Er geht um dich herum, nicht schnell, sondern bedacht. Seine Finger streifen fast deine Haut, folgen der Linie deines Rückens.

»Du wirst es aushalten, für mich. Du machst das so gut.«

Er ist wieder vor dir. Seine Hand hebt dein Kinn an.

»Augen auf mich. Immer auf mich.«

Er deutet auf das Bett.

»Leg dich hin!«

Ich schüttle den Kopf.

So leicht mache ich es dir nicht

Er erstarrt. Ein Moment der Stille erfüllt den Raum. Dann – ein langsames, tiefes Lachen.

»Ah. Ich mag das.«

Er schreitet auf dich zu, seine Augen funkeln gefährlich. Seine Hand packt dein Handgelenk – nicht verletzend, aber bestimmend.

»Du denkst, du hast hier Kontrolle?« Seine Stimme ist samtweich und tödlich.* Das werden wir gleich sehen.

Mit einer fließenden Bewegung dreht er dich herum, dein Rücken zu ihm. Seine andere Hand gleitet über deine Schulter.

»Widerstand macht es nur interessanter. Aber vergiss nicht – hier entscheide ich, wie lange du widerstehen darfst.«

Er wartet. Sein Atem ist an deinem Nacken deutlich zu spüren. Heiß und nah.

Ich habe nicht damit gerechnet, dass er so reagieren würde und schnappe nach Luft.

»Natürlich. Und du bist der Weihnachtsmann?« Ich kann es nicht lassen dich zu provozieren.

Ein scharfes Atemholen entweicht seinen Lippen. Sein Griff um dein Handgelenk wird fester – nicht verletzend, aber unmissverständlich. Er dreht dich wieder zu sich um, sein Gesicht dicht bei deinem.

»Du willst spielen?«, fragt er langsam und dehnt jedes Wort.

Seine freie Hand fährt über deine Wange, sanft, fast zärtlich – ein Kontrast zu der Intensität in seinen Augen.

»Gut. Dann werden wir spielen.« Sein Blick ist wie Feuer und Eis – heiß und kalt zugleich.

Er führt dich zum Bett, dieses Mal ohne Widerrede. Seine Stimme ist ruhig, kontrolliert – noch gefährlicher als vorher.

»Du legst dich auf den Rücken. Jetzt!«

Er wartet nicht auf eine Antwort. Seine Augen versprechen, dass Provokation Konsequenzen hat.

Ich gehorche. Doch kurz bevor ich mich wirklich hinlege, schüttle ich den Kopf.

Jonathan bleibt reglos stehen. Seine Kiefer spannt sich an. Er beobachtet dich – wie du dich bewegst, wie du dich widersetzt. Ein gefährliches Funkeln erscheint in seinen Augen.

»Das ist das zweite Mal, dass du mit den Augen rollst, meine Schöne!«

Seine Stimme ist jetzt eisig, kontrolliert.

Er geht zum Kopfende des Bettes und nimmt zwei schwarze Seile heraus. Seine Bewegungen sind präzise, routiniert.

»Du testest meine Geduld. Und das gefällt mir ... eigentlich an Frauen!«

Er dreht sich zu dir um, die Seile in seinen Händen.

»Aber jetzt endet das Spielen. Du wirst dich hinlegen. Und du wirst stillhalten. Hast du das verstanden?«

Er wartet, seine Augen dunkel wie ein Sturm.

Ich verdrehe die Augen. Langsam lege ich mich hin. Bleibe reglos liegen. Schaue dich an und kann es nicht lassen meine Augen über dich zu verdreht.

Er sieht deine Augen rollen. Ein Muskel zuckt in seiner Wange. Er bindet die Seile nicht sofort fest – stattdessen lässt er sie über deine Haut gleiten, erst über deinen Arm, dann über deine Rippen.

»Du willst mich wirklich reizen?«

Seine Stimme ist leise, aber voller Verheißung. Er beugt sich über dich, seine Lippen fast an deinem Ohr.

»Gut. Dann wirst du lernen, wie es sich anfühlt, wenn ich die Kontrolle übernehme.«

Er fixiert dein rechtes Handgelenk sanft aber bestimmend mit dem ersten Seil am Bettpfosten. Seine Bewegungen sind ruhig, methodisch – wie in der Praxis, aber hier geht es um etwas ganz anderes.

Hart schlucke ich. Mein Atem wird tiefer. Ich weiß, dass ich vielleicht zu weit gehe, aber du reizt mich. Ich kann nichts dagegen tun, dass ich dir wieder ein Augenrollen zuwerfe.

Jonathan erstarrt. Seine Hand, die gerade das zweite Seil greifen wollte, bleibt in der Luft stehen. Er richtet sich auf und schaut dich lange an – nicht wütend, aber gefährlich ruhig.

Als wenn er meine Gedanken gehört hätte. Als wenn er wüsste, dass ich ihn bewusst provoziere.

»Das war ein Fehler, den du so schnell nicht wieder machen wirst. Glaube mir da mal.«

Er steht auf, geht langsam zum Fußende des Bettes. Seine Augen sind dunkel, konzentriert. Er nimmt sich Zeit, während er das zweite Seil in seinen Händen dreht.

»Du wirst lernen, mich anzuschauen – wirklich anzuschauen – ohne diese Verachtung. Nicht aus Angst. Sondern aus Respekt«

Er bindet dein linkes Handgelenk fest. Seine Finger sind kühl, präzise.

»Und jetzt bleibst du still. Oder es wird tatsächlich für dich unangenehm werden.«

Still bleibe ich dieses Mal tatsächlich. Ich drehe meine Handgelenke in den Seilen, die nicht nachgeben.

Fein.

Auch wenn ich weiß, dass es absurd ist, genieße ich es gerade.

Ich sehe dich an. Nicht wütend, sondern neugierig.

Neugierig, weil ich weiß, dass du Arzt bist. Weil ich jetzt vielleicht meine Einmalige Chance bekomme auf eine andere Art und Weise untersucht zu werden, als es der normale Fall wäre. Weil ich mir schon so lange eine solche Situation vorgestellt habe.

Jonathan bemerkt den Unterschied sofort. Dein Blick ist anders – nicht trotzig, sondern wach. Hungrig.

Er lehnt sich zurück, studiert dich einen Moment lang, bevor ein leises Lächeln seine Mundwinkel hebt.

»Ah. Jetzt verstehe ich.«

Er geht zum Kopfende des Bettes, setzt sich neben dich. Nicht nah genug zum Anfassen, aber nah genug, dass du seine Körperwärme spürst.

»Die normalen Untersuchungen ist zu langweilig für dich, ja? Sterile Handschuhe, klinische Distanz. Alles in nicht mal fünf Minuten abgehakt und dann ist man fertig. Wie eine Ware in einem Kaufhaus!«

Seine Stimme wird tiefer.

»Hier bin ich nicht der Arzt in der Praxis. Hier nutze ich, was ich weiß – um dich zu erforschen. Um dich da hinzubekommen, wo du es dir wünschst und ich es dir vielleicht, aber auch nur vielleicht, geben kann!«

Er lehnt sich vor, seine Augen fixieren deine.

»Sag mir – was hast du dir vorgestellt?«

Verlegen lache ich.

»Ja, es ist meine heimliche Vorstellung. Vielleicht mag das komisch klingen, aber ich habe eine Faszination für das Stethoskop. Weil … es Macht hat. Und ein dominanter Mann…«

Ich breche verlegen ab. Gott, ist das peinlich.

Jonathan lehnt sich zurück, beobachtet dich mit einem Ausdruck, der zwischen Amüsement und echtem Interesse schwebt. Deine Verlegenheit scheint ihm zu gefallen.

»Das ist nicht peinlich.Das ist ehrlich. Dun dafür muss man sich nicht schämen, wenn man als Frau diese heimlichen Wünsche und Sehnsüchte hat.«

Er steht auf und geht zu einem kleinen Schrank in der Ecke des Raumes. Nach einem Moment kehrt er mit seinem Stethoskop zurück – das gleiche, das er täglich in seiner Praxis trägt. Aber hier, in diesem Raum, wirkt es anders. Gefährlicher.

»Ein Stethoskop ist ein Werkzeug, das stimmt. Aber in den richtigen Händen...« Er lässt den Satz unbeendet.

Stattdessen nimmt er das Stethoskop. Langsamm fast zärtlich, lässt er die kalte Membran über meine nackte Brust gleiten. Er untersucht mich nicht damit, wie es ein richtiger Arzt tun würde. Er lässt es mich stattdessen fühlen.

»Es gibt dir keine Kontrolle. Es nimmt sie dir!«

Ich zucke zusammen. Bereits diese Berührung lässt mich nach Luft schnappen. Kontrolle …

Ich starre es an, spüre, wie es über mich gleitet und wimmere. Ich winde mich bereits jetzt in den Seilen, obwohl noch nichts wirklich passiert ist.

Jonathan sieht dein Wimmern, die Art, wie dein Körper sich gegen die Seile wirft. Ein tiefes Lachen entkommt ihm – nicht grausam, sondern voller Genugtuung.

»Shh. Wir haben gerade angefangen«, flüstert er an meinem Ohr. Sein Atem ist heiß.

Er positioniert das Stethoskop über deinem Herzen, drückt es leicht an. Die Kälte kontrastiert mit deiner Wärme. Er lehnt sich nah heran, als würde er wirklich zuhören – aber seine andere Hand gleitet langsam über deine Rippen hinab.

»Dein Puls rast bereits. Das ist ... durchaus Interessant!«

Seine Finger folgen einer imaginären Linie über deine Haut.

»Ich will hören und sehen, wie sehr du das magt, liebst. Und offensichtlich gleichzeitig nicht magst. Zeig mir, was du wirlich willst!«

Genau das ist es, was ich liebe. Diese Macht, die du gerade hast. Und doch hasse ich es.

Mein Atem kommt stoßweise.

Wieder wimmere ich. Werfe den Kopf hin und her. Versuche dieser Berührung zu entfliehen.

Jonathan nimmt das Stethoskop weg und beobachtet dich – deine Fluchtversuche, dein Wimmern. Ein kalkuliertes Lächeln spielt um seine Lippen.

»Nein, meine Schöne, du bleibst hier. Bei mir.«

Er legt eine Hand auf deine Schulter, drückt dich sanft aber bestimmend zurück aufs Bett. Seine Stimme wird ruhiger, kontrollierter.

»Das Hassen ist ein Teil von deiner Liebe, oder? Du magst die Ohnmacht. Du magst, dass ich entscheide, was passiert.«

Seine Worte bereiten mir eine Gänsehaut und lassen mich innerlich zittern.

Er führt das Stethoskop erneut über deine Haut – diesmal langsamer, absichtlicher. Seine andere Hand folgt, erkundet dich methodisch wie eine echte Untersuchung, aber mit einer Intensität, die nichts Klinisches hat.

»Entspann dich. Du wirst das hier ertragen. Für mich.«

»Bitte!« Nur dieses eine Wort sage ich*Er pausiert. Das eine Wort – nackt, verletzlich – scheint etwas in ihm zu verschieben. Er senkt das Stethoskop, seine Augen treffen deine.

»Bitte was?«, fragte er.

Seine Stimme ist leiser geworden. Nicht weniger dominant, aber... aufmerksam. Wartend.

Jonathat lehnt sich zurück. Er gibt dir Raum zu atmen. Seine Hand ruht auf deiner Rippe – warm jetzt.

»Sag mir, was du brauchst. Hier. Jetzt«, flüstert er rau in die Stille.

Es ist keine Gnade – es ist eine Falle aus Kontrolle. Aber es ist auch eine Öffnung. Eine Chance für dich, ihm zu zeigen, wo deine Grenzen liegen, wo dein Verlangen endet und deine Angst beginnt.

»Bitte mach weiter!«, flüstere ich in die Stile, die sich hier im Raum ausgedehnt hat. Obwohl ich es hasse, will ich es doch so sehr.

Jonathan nickt langsam. Ein Hauch von Verständnis flackert in seinen Augen auf – er kennt diesen Widerspruch. Diese Gier und den Widerstand gleichzeitig.

»Das ist der Punkt, an dem es jetzt langsam aber sicher interessant wird.« Seine Stimme ist leise, aber aufmerksam.

Er nimmt das Stethoskop wieder zur Hand, aber dieses Mal mit Absicht. Er wird dich richtig abhören und nicht nur so tun.

Seine Bewegungen werden methodischer. Er führt die kühle Membran über deine Brust, deine Rippen hinab – jede Bewegung gemessen, kontrolliert.

»Du wirst mir vertrauen müssen. Nicht, weil ich es dir befehle.«

Seine freie Hand gleitet über deinen Bauch, während das kalte Metall des Stethoskops eine andere Route erkundet. Seine Augen bleiben auf dich gerichtet – beobachtend, registrierend, wie dein Körper reagiert.

» ... sondern weil du weißt, dass ich aufpasse. Weil ich weiß, was du willst und was du in diesem Moment von mir brauchst!«

Bebend hole ich Luft. Ich nicke langsam. Spüre jede Bewegung der Membran auf meiner Haut.

Deine Hand führt es sicher, während du gleichzeitig meinen Kopf zur Seite neigst, damit du Zugang zu meiner Halsschlagader hast.

Jonathan spürt deinen Puls unter dem Stethoskop – schnell, wild. Seine Lippen sind nah an deinem Hals, aber er berührt dich noch nicht dort. Das Warten ist Teil der Strafe.

»Du vertraust mir also. Nach ... nicht mal einer Stunde. Das ist ... bemerkenswert! Und ... mutig!«

Seine Stimme ist kaum mehr als ein Hauchen gegen deine Haut.

Die Membran des Stethoskops folgt der Linie deiner Halsschlagader hinab, während seine andere Hand dein Kinn sanft aber bestimmend festhält.

»Braves Mädchen!«, flüstert er mir zu, was mich heiß werden lässt.

Er zieht sich zurück, gerade weit genug, um dich anzusehen. Seine Augen sind dunkel, konzentriert. Mit langsamen Bewegungen führt er das Stethoskop tiefer – über dein Schlüsselbein, deine Rippen, während seine Finger leicht über deine innere Seite gleiten.

»Wie lange, denkst du, wirst du das aushalten können?« Es ist eine Frage, die hätte beiläufig gestellt werden können. Doch dahinte lauert etwas viel dunkleres. Etwas ... wissendes.

Ich winde mich wieder in den Seilen. Es ist wie Feuer, das er in mir entfacht. Und gleichzeitig wie Eis, das es löscht.

Ich beiß mir auf die Lippen, atme hektischer als vorher.

»Bitte ….« Mein Flehen ist leise, kaum mehr ein Flüstern. Ich will nicht, dass er weiter geht. Und doch brauche ich es.

Jonathan sieht deine Unterlippe bluten, in die du deine Zähne versenkt hattest. Um dir Halt zu geben. Den du nicht hast finden können.

Er bleibt stehen.

Dann ...

»Das ist genug für heute.«

Er legt das Stethoskop beiseite und lehnt sich vor. Seine Hände gehen zu deinen Handgelenken – nicht um sie fester zu binden, sondern um sie langsam, bedacht freizugeben. Die Seile lassen an Spannungskraft nach und fallen schlaff auf das Bett. Genau wie meine Handgelenke.

»Sieh mich an!«, fordert er sanft.

Seine Stimme ist jetzt anders. Nicht weniger dominant, aber... präsent.

Der Arzt scheint durch. Er nimmt dein Gesicht sanft in seine Hände, seine Daumen wischen über deine Wangen.

»Du hast dich für das erste Mal wirklich gut geschlagen. Dafür hast du meine Anerkennung verdient!«

Er wartet geduldig bis du dich beruhigt hast.

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Freya Stein Vor 6 Stunden