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Kapitel 6: Der 19. Oktober

Der 19. Oktober war ein kühler, grauer Herbsttag. Fabienne war bereits am Vormittag im Novohotel angekommen. Sie hatte die Fortbildung als Vorwand genutzt und sich bewusst ein Zimmer in der oberen Etage genommen.

Den ganzen Nachmittag über war sie unruhig gewesen. Sie hatte geduscht, sich sorgfältig rasiert und eine normale Alltagskleidung gewählt, die ihre sportliche Figur betonte. Alex hatte sich gewünscht, dass sie realistische Kleidung trägt und sich nicht extra schick macht. Daher war es ein normales T-Shirt und eine eher engere Jeans geworden. Darunter trug sie schlichte, rote Unterwäsche. Ihr praller, runder Po spannte leicht gegen die Jeans, als sie nervös im Zimmer auf und ab lief.

Immer wieder schaute sie auf die Uhr. Ihr Herz schlug viel zu schnell. Die Scham saß ihr bereits jetzt tief in den Knochen – obwohl noch gar nichts passiert war.

Um 16:47 Uhr nahm sie ihr Handy und öffnete Telegram. Mit zitternden Fingern tippte sie die Nachricht an ihren Kontakt „Dr. Alex“:

"Sehr geehrter Herr Doktor, ich bin gerade geschäftlich in der Stadt und leide plötzlich unter starken Bauchschmerzen. Ihre Nummer habe ich von der Gesundheitshotline bekommen. Ich bin im Novohotel, Zimmer 712. Könnten Sie vielleicht vorbeikommen? Viele Grüße, Fabienne Berger"

Sie drückte auf „Senden“ und legte das Handy sofort mit dem Display nach unten auf den kleinen Schreibtisch. Dann setzte sie sich auf die Bettkante, die Beine eng zusammengepresst, die Hände im Schoß verschränkt. Ihr Gesicht glühte. Sie kam sich lächerlich und gleichzeitig unglaublich erregt vor.

Alex saß zu Hause in seiner Wohnung und hatte bereits auf die Nachricht gewartet. Seine Frau war an diesem Tag mit ihren Freundinnen unterwegs. Er las die Zeilen zweimal, spürte, wie sein Puls sofort anstieg. Das war der Moment. Der Übergang von der Fantasie in die Realität.

Er antwortete professionell und knapp:

"Sehr geehrte Frau Berger, ich bin in etwa 15 Minuten bei Ihnen. Freundliche Grüße Dr. Alexander Voss"

Er packte die vorbereitete kleine Tasche (Stethoskop, Thermometer, Handschuhe, Gleitgel, Desinfektionsmittel, die kleine Spritze und ein Stück von einer Glycerinseife, aus der er ein Zäpfchen geschnitzt hatte) und machte sich auf den Weg. Während der Fahrt zum Hotel spürte er eine Mischung aus Aufregung, Schuld und einer fast klinischen Konzentration. Er überlegte sich, in welchen Positionen er Fabienne sehen wollte und in welcher Reihenfolge. Sollte die rektale Untersuchung gleich zu Beginn sein, damit sie gleich richtig überrumpelt wird? Oder sollte er lieber langsam steigern und mit dem Fieberthermometer beginnen? Sollte er die Spritze wirklich nur an der Pobacke ansetzen, wie sie es vereinbart hatten? Oder sollte er die Spritze mit Wasser füllen und ihr einen Einlauf verpassen?

Um 17:16 Uhr klopfte es leise, aber bestimmt an der Tür von Zimmer 712.

Fabienne zuckte zusammen. Sie stand auf, sah noch einmal kurz in den Spiegel und öffnete die Tür einen Spalt.

Alex stand davor. Er trug eine dunkle Hose, ein weißes Poloshirt und darüber eine dünne graue Jacke. In der Hand hielt er eine unauffällige schwarze Tasche. Er sah sie einen Moment lang einfach nur an – dann wurde sein Blick professionell und ruhig. Sie war sich nicht sicher, ob sie ihn umarmen sollte wie einen guten Freund oder ob sie jetzt gleich zu spielen beginnen sollte. Alex hingegen war sofort in seiner Rolle und sprach:

„Frau Berger? Ich bin Dr. Voss. Sie haben mich gerufen wegen Bauchschmerzen?“

Fabienne nickte, ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. „Ja… genau. Kommen Sie bitte herein.“

Sie trat zur Seite. Als Alex an ihr vorbeiging, roch sie einen leichten, frischen Duft nach exklusivem Parfüm. Die Tür fiel leise ins Schloss. Das „Bitte nicht stören“-Schild hing bereits draußen.

Das Zimmer war nur von zwei Nachttischlampen beleuchtet – warmes, gedämpftes Licht. Das große Bett war ordentlich gemacht. Auf dem kleinen Tisch standen eine Flasche Wasser und ein Glas.

Alex stellte die Tasche ab und wandte sich ihr zu. Seine Stimme war ruhig, tief und kontrolliert.

„Dann erzählen Sie mir bitte genau, wo die Schmerzen sitzen und seit wann Sie sie haben. Danach werde ich Sie gründlich untersuchen.“

Fabienne stand etwas verloren im Raum, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Ihre Wangen waren bereits jetzt tiefrot. Sie spürte jede einzelne Sekunde der Bloßstellung, die gleich kommen würde.

„Die Schmerzen… sind eher im Unterbauch“, flüsterte sie. „Und… es ist wie ein Zwicken.“

Alex nickte langsam, fast feierlich.

„Verstehe. Dann fangen wir am besten gleich an. Ziehen Sie bitte das T-Shirt aus und legen Sie sich auf das Bett. Ich möchte zuerst eine Tastuntersuchung machen.“