Die Forumsbekanntschaft
Kapitel 3: Das Bild und der Vorschlag
Alex starrte noch immer auf das Foto, als er anfing zu tippen. Seine Finger fühlten sich plötzlich ungeschickt an.
"Fabienne… Du bist wunderschön. Wirklich. Ich bin total verlegen gerade. Das habe ich nicht erwartet. Ich schicke dir später auch eins, versprochen. Ich muss mich erstmal… sammeln."
Er legte das Handy kurz beiseite, rieb sich über das Gesicht und atmete tief durch. Als er wieder hinsah, war bereits ihre Antwort da.
"Danke. Das bedeutet mir echt viel. Ich bin ein bisschen unsicher wegen meines Körpers. Ich bin nicht so schlank, wie ich gerne wäre…"
Alex runzelte die Stirn. Er verstand den Satz überhaupt nicht. Auf dem Foto wirkte sie schlank, sportlich, mit genau den weichen Kurven, die er schön fand. Doch er merkte, dass eine Diskussion darüber jetzt falsch wäre. Stattdessen stand er auf, ging ins Badezimmer und machte ein Foto.
Er wusste, dass er gut aussah. Das hörte er oft genug. Kräftige Schultern, trainierte Arme, ein klar erkennbarer Bauchmuskelansatz – und darunter dieser leichte, weiche Bauch, den er nie ganz wegtrainiert hatte. Auf dem linken Arm zog sich ein dezentes Tattoo bis zum Handgelenk. Er trug ein schlichtes graues T-Shirt, das eng genug war, um die Form seines Oberkörpers zu zeigen, und eine dunkle Jogginghose.
Er schickte das Bild ohne großen Kommentar.
"So, jetzt hast du eins von mir."
Dann scrollte er zurück zu ihrem Foto. Lange. Sehr lange. Schließlich tippte er, langsamer diesmal, nachdenklicher:
"Ich muss nochmal zu deinem Bild zurückkommen. Genau bei diesem Anblick… wird mein Fetisch getriggert. Ich würde dir am liebsten die Hose einfach runterziehen. Dich untersuchen. Einfach deinen wunderschönen nackten Körper ganz in Ruhe begutachten dürfen. Alles anschauen. Anfassen. Kommentieren. Und das, ohne meine Frau zu betrügen. Einfach nur… untersuchen."
Die Nachricht war abgeschickt. Danach herrschte Stille.
Auf der anderen Seite saß Fabienne im dunklen Schlafzimmer, das Display erhellte ihr Gesicht. Sie las seine Worte wieder und wieder. Ihr Herz hämmerte so laut, dass sie kurz den Atem anhielt, aus Angst, ihr Mann könnte es hören.
Sie begann zu tippen.
Löschte alles.
Tippte erneut.
Löschte wieder.
Die Finger zitterten leicht. In ihrem Kopf rasten die Gedanken: Das war Wahnsinn. Das war gefährlich. Das war genau das, wovon sie seit Jahren heimlich geträumt hatte. Die Scham brannte heiß in ihrer Brust – und gleichzeitig war da dieses tiefe, ziehende Verlangen.
Nach mehreren Anläufen, nach langem Starren auf die leere Eingabezeile, tippte sie schließlich die Worte, die sie nicht mehr zurücknehmen konnte:
"Hast du Lust, die Fantasie real werden zu lassen? Ich bin am 20. Oktober in deiner Stadt für eine Fortbildung und werde schon am 19. anreisen. Du könntest ins Hotelzimmer kommen und mich untersuchen."
Sie drückte auf Senden, legte das Handy sofort mit dem Display nach unten auf die Nachttischplatte und zog die Decke bis zum Kinn. Ihr Gesicht glühte. Das Herz schlug so heftig, dass sie die Augen fest zusammenkniff.
Auf der anderen Seite blieb es eine ganze Weile still.