Die Reha in Bad Nauheim

Kapitel 1 Die Anreise und Aufnahme

Die Fahrt nach Bad Nauheim hatte länger gedauert als erwartet. Marcus saß auf dem Beifahrersitz des Autos seiner Frau, die ihn hergebracht hatte. Mit 46 Jahren fühlte er sich älter als je zuvor. Die Bandscheibenoperation vor sechs Wochen hatte seinen Rücken stabilisiert, aber der Preis war hoch: ständige Schmerzen, ein steifer Gang und – was ihn am meisten quälte – eine fast vollständige Impotenz. Früher hatte er seine mollige, kräftige Statur (Bauchansatz, breite Schultern, kräftige Oberschenkel) als gemütlich und männlich empfunden. Jetzt fühlte er sich einfach nur schwer und unattraktiv.

Seine Ehe mit Laura war offen – schon seit Jahren. Sie hatten beide hin und wieder Abenteuer, aber seit der OP hatte Marcus nichts mehr gewagt. Laura küsste ihn zum Abschied sanft auf die Wange. „Genieße die Reha. Und wenn sich was ergibt… du weißt, ich hab kein Problem damit.“ Sie zwinkerte ihm zu und fuhr davon.

Die Reha-Klinik lag idyllisch am Rande des Kurparks. Moderne Gebäude, viel Glas, der Geruch von Heilwasser und Kiefern in der Luft. Marcus schleppte sich mit seinem kleinen Koffer zur Aufnahme.

Hinter dem Tresen saß eine Frau Ende dreißig, schlank, mit strengem Dutt und einem Namensschild: Schwester Elena. Ihre weiße Schwesternuniform saß erstaunlich eng an ihrer Figur. Sie lächelte professionell, aber ihre dunklen Augen musterten ihn aufmerksam.

„Herr Marcus Berger? Willkommen in der Reha Bad Nauheim. Wir machen zuerst die Aufnahmeuntersuchung.“

Sie führte ihn in ein ruhiges Zimmer mit Untersuchungsliege. Ein älterer Arzt, Dr. Gärtner, kam dazu. Die Fragen waren routiniert – Medikamente, Schmerzen, Beweglichkeit. Dann wurde es persönlicher.

Dr. Gärtner räusperte sich. „Herr Berger, wir müssen auch Ihre sexuelle Funktion ansprechen. Viele Patienten nach Bandscheiben-OPs berichten von Einschränkungen durch Nervenreizungen oder Medikamente. Haben Sie seit der Operation Erektionen? Morgendliche Erektionen? Können Sie Geschlechtsverkehr ausüben oder masturbieren?“

Marcus spürte, wie ihm die Hitze ins Gesicht stieg. Er war mollig, verschwitzt von der Fahrt, und fühlte sich plötzlich nackt unter dem Blick der beiden.

„Fast gar nicht“, murmelte er. „Manchmal ein leichtes Ziehen, aber… nichts Festes. Seit sechs Wochen nichts.“

Schwester Elena notierte etwas, ohne eine Miene zu verziehen. Doch als sie ihm später den Klinikplan reichte, berührten ihre Finger einen Moment zu lange seine Hand.

„Wir haben hier verschiedene Therapien“, sagte sie leise, während Dr. Gärtner kurz den Raum verließ. „Auch solche, die die Durchblutung und Nervenfunktion fördern. Manche Patienten berichten von überraschenden… Verbesserungen während des Aufenthalts.“

Marcus schluckte. Ihr Blick war nicht mehr nur professionell.

Am Abend bezog er sein Einzelzimmer mit Balkon zum Park. Er duschte heiß, betrachtete seinen nackten Körper im Spiegel: den weichen Bauch, die behaarte Brust, den schlaffen Schwanz, der seit Wochen kaum reagierte. Er versuchte, sich vorzustellen, wie es wäre, wieder richtig hart zu sein. Nichts passierte.

Später, beim Abendessen im Speisesaal, fiel ihm eine andere Patientin auf. Sie hieß Carla, Mitte vierzig, kurvig, mit üppigen Brüsten und einem frechen Lachen. Sie saß mit zwei anderen Frauen zusammen und warf ihm immer wieder Blicke zu. Auch Elena, die Dienst hatte, kam mehrmals an seinen Tisch – angeblich um nach seinem Befinden zu fragen.

Als er zurück in sein Zimmer ging, klopfte es leise an der Tür.

Es war Schwester Elena. Sie trug jetzt eine etwas offenere Bluse unter dem Kittel.

„Ich wollte nur schauen, ob Sie alles haben, Herr Berger. Und… ob Sie noch Fragen zur Aufnahme haben. Manche Männer fühlen sich nach solchen Gesprächen unwohl.“

Sie trat einen Schritt näher. Der Duft ihres Parfums – warm, leicht süß – füllte den Raum.

Marcus spürte ein leichtes, lange vermisstes Kribbeln im Unterleib.

„Vielleicht habe ich tatsächlich eine Frage“, sagte er mit rauer Stimme.

Elena lächelte langsam und schloss die Tür hinter sich.