Der Hausbesuch des falschen Arztes
Der Morgen des Termins
Clara hatte ihren Wecker extra früh gestellt. Schon um 6 Uhr standen beide auf. Sie wollte genug Zeit haben, um in Ruhe einen Kaffee zu trinken und noch auf die Toilette zu gehen, bevor der Arzt kam.
In der Küche saßen sie zusammen am Tisch, die Morgensonne schien durchs Fenster. Sie redeten über Belangloses – was sie am Wochenende machen könnten, wie gut der neue Kaffee schmeckte und eine lustige Geschichte aus Claras letztem Arbeitstag. Ihre Beziehung war harmonisch und vertraut, sie lachten viel und berührten sich immer wieder ganz natürlich. Alex strich ihr liebevoll über den Rücken.
Je näher jedoch die 8:30-Uhr-Marke rückte, desto stiller wurde Clara. Sie drehte ihre Kaffeetasse in den Händen und wirkte zunehmend unruhig.
Alex bemerkte es natürlich und fragte sanft:
„Bist du nervös?“
Clara lächelte etwas verlegen und nickte.
„Ja, du kennst mich doch. Ein bisschen nervös bin ich natürlich schon. Hat man ja nicht alle Tage so eine Routineuntersuchung zu Hause.“
Sie stand auf und stellte ihre Tasse in die Spüle.
„Ich werd mich jetzt dann noch duschen gehen und dann bin ich bereit, falls er doch schon ein bisschen früher da ist. Aber da er Arzt ist, er kommt sicher ein bisschen zu spät.“
Alex nickte.
„Ja, das ist gut, dass du dich duschen gehst. Jetzt hast du aber eh noch eine Stunde Zeit.“
Clara blieb kurz im Türrahmen stehen.
„Ja, ich möcht mich auch nochmal rasieren. Ich bin ja nicht ganz sicher, welche Untersuchung er machen will und falls ich mich ausziehen muss, ist mir lieber, wenn ich rasiert bin und keine Stoppeln habe.“
Alex hob leicht die Augenbrauen.
„Glaubst du wirklich, dass er dich nackt sehen wird? Es wird ja nur eine Routineuntersuchung. Größe, Gewicht, Blutdruck und solche Sachen.“
Clara lachte leise, ein bisschen verlegen.
„Ich meinte eigentlich die Beine… aber sicherheitshalber, wenn ich schon dabei bin, werde ich mir auch die Muschi rasieren.“
Sie zwinkerte ihm zu und fügte mit einem kleinen, verführerischen Lächeln hinzu:
„Und wenn ich dann ganz rasiert bin und wir heute Nachmittag nichts mehr vorhaben… könnten wir das ja noch ausnutzen.“
Alex grinste zurück und spürte ein angenehmes Kribbeln. Clara verschwand im Badezimmer. Das Wasser der Dusche begann zu rauschen.