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Das Spermiogramm

Fantasie: Weiterer Verlauf der Nachuntersuchung I

Dies schildert den weiteren Verlauf beim ersten realen Termin mit dem fiktiven Übergang zur Studie „Masturbatives Verhalten von Jungen und Männern in ihrer sexuellen Entwicklung “.

Die Abschnitte zur Fantasie sind in der dritten Person verfasst. Dies mag die Identifikation des Lesers mit dem Probanden erleichtern.

Bis zur Vermessung des Penis im nicht-erigierten Zustand beruht die Geschichte auf Tatsachen. Nun aber hätte es so weitergehen können:

Nach zwei Terminen mit Spermagewinnung durch Masturbation und einer Nachuntersuchung kurze Zeit später nahmen die Geschehnisse um den jungen Mann, nennen wir ihn Bernd, während der dieses Termins eine ganz unerwartete Richtung ein.

Der Arzt erkannte eine leichte Schwellung in Bernds Leistenregion rechts.

„Ich glaube, Sie haben rechts einen Leistenbruch. Waren sie deswegen mal bei einem Chirurgen?“

„Ja, aber das ist schon einige Jahre her. Mir wurde gesagt, da müsse man nichts machen.“

„Da muss man schon was machen!“ Der Arzt schüttelt den Kopf. „So etwas muss zumindest genau untersucht werden! Seit wann haben sie das denn?“

Bernd erzählte seine Geschichte.

„Und Auswirkungen hatten Sie nie festgestellt, ich meine in der Funktion der Geschlechtsorgane?“

Jetzt wurde es für den Patienten interessant.

„Nein. Ich war natürlich damals auch in Sorge, und ich hatte… ich hatte auch gleich probiert, ob noch alles ging.“ Bernd lächelte.

„Hm, verstehe. Ein Lächeln huschte auch über das Gesicht des Arztes.

Bernd glaubte zu erkennen, dass der Arzt eine Spur von männlicher Gemeinsamkeit zeigen wollte.

„Wenn Sie das schon so lange haben, waren Sie ja damals noch sehr jung. Waren Sie da schon sexuell aktiv?“

„Ja“, sagte Bernd, und er ergänzte die Antwort mit einem „schon lange“, als wollte er damit das Nennen der von ihm für peinlich spät gehalten Kohabitarche kompensieren. Der Arzt nahm den Faden auf.

„So? W i e lange denn?“

„Ich weiß nicht genau, wo ich da die Grenze ziehen soll. Den ersten … den ersten Samenerguss hatte ich mit … mit elf.“

Es kam ihm vor, als stieße er mit dem Aussprechen des Wortes „Samenerguss “ eine Tür auf, die zwar nicht verschlossen gewesen war, die aber bis jetzt auch nicht offen gestanden hatte.

Der Arzt machte sich eine Notiz.

„Das ist ja schon mal recht eindeutig. Sehen Sie noch eine andere Grenze? Was meinen Sie damit?“

Da er nicht schnell genug eine Antwort formulieren konnte, setzte der Arzt nach:

„Erster Samenerguss – einfach so im Schlaf, oder…“ Er zögerte eine Sekunde, brachte den Satz dann aber doch zu Ende: „…durch Masturbation?“

Damit wurde es für Bernd noch interessanter. Dieses Wort im Raum: Masturbation - es hallte nach. Bernd spürte, dass sein Penis anschwoll. Wenn das einmal einsetzte, war die Zunahme der Versteifung nicht zu verhindern, soviel wusste er, zumal gedankliche Ablenkung nicht möglich war. Im Gegenteil: Es schoss ihm durch den Kopf: „Ich spreche jetzt – nackt im Raum stehend – mit einem Arzt über meine Masturbation!“

Wenigstens vermied er es, an sich herabzuschauen, als wollte er Gleichgültigkeit gegenüber dem Umstand der Erektion vortäuschen. Auch hätte ihn der Anblick seines sich versteifenden Penis noch mehr erregt. Bernd versuchte, eine Ablenkung in Form irgendeines Gegenstandes im Raum zu finden. Leider war der Raum nur spärlich ausgestattet, und was er entdeckte, war zu seinem Überdruss sein Spiegelbild in der Glastür eines medizinischen Materialschrankes. Er empfand das geradezu als Ironie des Schicksals, zumal die Nachmittagssonne durch das Fenster seine Schamgegend genau von vorn beschien. Auch das noch! Von den Knien bis zum Nabel erhellte die Sonne seinen Körper und ermöglichte so ein recht gutes Spiegelbild in der Schranktür. Sein Penis stand waagerecht; er schaute schnell wieder weg, verspürte aber das Pulsieren der Erektionsschübe. Bernd ergab sich diesem Schicksal. Zur empfundenen Peinlichkeit gesellte sich jene Erregung, die er ja schon im Wartezimmer empfunden hatte, genau die, die ihn schon nach dem Lesen der Einbestellung zu diesem Termin ergriffen und ihn bei der Selbstbefriedigung im Vorfeld begleitet hatte. Er spürte nun, dass es das Exhibitionistische war, was die Erregung ausmachte, das Brechen des Tabus, das Zeigen des sonst stets Verborgenen. Aber damit nicht genug. Die Tatsache, dass er das hier zu zeigen hatte, dass das Vorzeigen v e r l a n g t wurde, steigerte seine Erregung enorm. War das eine masochistische Veranlagung? Er spürte nun seinen Penis steil nach oben stehend. Die Eichel lag also frei, so war das bei ihm immer schon. Die Ausflucht zu der jedem Mann vertrauten Unwillkürlichkeit dieser Reaktion wiedersprach der Situation. Jetzt und hier eine Erektion zu bekommen, konnte nur auf eine situationsbezogene Erregung zurückzuführen sein. Das machte seine Erektion verräterisch, und es schien ihm, als sei sein Penis der Verräter, der völlig ungeachtet seines gegensätzlichen Verlangens nach Diskretion sein Recht einforderte.

Dem Arzt konnte das alles nicht entgehen, wenngleich er es schaffte, nie seine Augen auf Bernds steifen Penis zu richten. Natürlich sieht er ihn, dachte er, aber seine Professionalität ermöglicht es ihm, so zu tun, als sähe er ihn nicht.

Geduldig wartete der Arzt auf Bernds ausstehende Antwort. Er unterbrach das Schweigen selbst:

„Äh, wie bitte?“

Der Arzt lächelte, als hätte er seine Gedanken erraten.

„Ob sie die erste Ejakulation durch Masturbation ausgelöst haben!“ Er sprach nun mit einem gewissen Nachdruck, und das Wort „Masturbation“ sprach er langsam und betont, als wollte er diesbezügliche Tabus ausdrücklich ignorieren.

„Ja“, erwiderte Bernd einsilbig. Der Arzt lehnte sich zurück und löste den Blickkontakt. Er ließ den Blick an Bernds nacktem Körper nach unten gleiten, und er wusste, dass Sein Patient seinen Augen folgte. Zweifellos war dies eine nonverbale Kommunikation. Es enthielt eine Botschaft. Sein Blick glitt herab über Bernds Körper, als wollte er eine Antwort auf eine Frage finden, die er noch gar nicht gestellt hatte. Der Blick glitt über seinen Brustkorb, seinen schlanken Bauch, übersprang dann demonstrativ das Genital hin zu den Knien, verharrte dort drei Sekunden und lenkte den Blick dann langsam genau zur entscheidenden Stelle. Denn sah er Bernd ins Gesicht.