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Das Spermiogramm

Realität: Der zweite Termin

Groß war meine Freude, als ich dieselbe Aufforderung nach einigen Wochen erneut bekam. Über den Hintergrund der Wiederholung dachte ich nicht nach. Für dieses Mal nahm ich mir fest vor, nicht in Eile zu verfallen, sondern die Sache extra langsam anzugehen. Die Situation beim ersten Termin nicht weidlicher genossen zu haben, bedauerte ich; viel zu schnell hatte ich mich zum Samenerguss gebracht, als gäbe es eine diesbezügliche Erwartungshaltung des Personals. Mir wurde klar, dass die Leute doch gar nicht wissen konnten, wie schnell es mir möglich war, mich zu einer Ejakulation zu bringen.

Wieder war die Vorfreude groß. Als ich im Wartezimmer wartete, sah ich ein junges Paar verschmitzt lächelnd jenes Zimmer verlassen, in das ich gleich darauf gebeten wurde. „Wieder einer, der das nicht allein kann“, dachte ich, „wie anders ich bin in diesem Punkt.“ Ob die beiden mich wahrnahmen, weiß ich nicht. Wenn ja, werden sie gewusst haben: „Der, der da wartet, der wird sich gleich einen ‘runterholen.“

Ansonsten war der Ablauf ähnlich dem ersten, nur wurde mir statt des Becherglases zu meiner Freude eine gläserne Petrischale überreicht, und das Zimmer war medizinisch eingerichtet. Die mündliche Einweisung glich der bereits bekannten, und ich kam abermals nicht auf die Idee, auf die Frage nach dem Hilfebedarf „Ja“ zu sagen. Wie hätte diese Hilfe ausgesehen? Zu gern hätte ich das gewusst, wurde mir später klar.

Meinem Vorsatz getreu ließ ich mir diesmal Zeit. In Ruhe zog ich mir die Hose und die Unterhose vollständig aus. Das war schon einmal viel reizvoller, als mit heruntergelassenen Hosen an sich zu rubbeln. Mein T-Shirt verdeckte mein Geschlechtsteil nicht – ich kam gut ‘ran. Dann begann ich langsam zu onanieren, genau so, wie ich es liebte, durch bloßes Vor- und Zurückziehen der Vorhaut. Und ich hielt ein nur mäßig schnelles Tempo bis zum Samenerguss durch. Auch ging ich nicht über zum Vollhandgriff. Ich genoss die Situation, und ich onanierte im Stehen. Alle Phasen machte ich mir klar. Zunächst war da das Herbeiführen der Erektion, was sehr schnell ging, trotz sehr langsamer Vorhautzüge. Es folgte der Aufbau der Erregung bis hin zur Plateauphase mit gleichbleibendem mittleren Tempo. Ich reduzierte das Tempo, erlaubte mir aber leider keine Unterbrechung vor dem Point of no return. Beim Samenerguss musste ich darauf achten, nichts daneben zu spritzen, denn das Sperma kam mit viel Druck. Leicht hätte es über die Petrischale hinwegfliegen können. Aber das war eine meiner leichtesten Übungen. Ich stellte die Petrischale mit meinem Sperma an den mir gezeigten Platz, zog mich an und verließ den Raum. Im Wartezimmer sah ich Vorbeigehen einen Mann. Ich lächelte für mich. Das alles hat sich genau so zugetragen.