Das Spermiogramm
Realität: Die Vorgeschichte
Zweimal wurde ich zu einer Spermaabgabe in eine Klinik einbestellt, weil meine Fertilität untersucht werden sollte. Ich erhielt jeweils einen Brief in Form einer Kopie auf schlechtem Papier, der mich jeweils in die Klinik bestellte zur Untersuchung. Neben verschiedenen Hinweisen, unter anderem der einzuhaltenden sexuellen Abstinenz vom 10 Tagen beim ersten und 6 Tagen beim zweiten Mal, war zu lesen: „Die Gewinnung des Untersuchungsmaterials ist h i e r erforderlich.“ Offensichtlich gab es Männer, die glaubten, zu Hause „gewonnenes“ Sperma in der Klinik abgeben zu können. Dass dies nicht möglich war, sollte klargestellt werden, und der Satz verkündete deutlich, dass man am betreffenden Tag in der Klinik entweder zu masturbieren hatte oder sich mittels der Partnerin zur Ejakulation zu bringen hatte. Es wurde nicht verlangt, allein zu erscheinen. Ich zog nicht in Betracht, dass es noch weitere Möglichkeiten hätten geben können, um an das frische Sperma eines Mannes zu kommen.
Die beiden Termine waren Höhepunkte für meinen Fetisch: Ich, der seit frühem Alter leidenschaftliche Masturbator, sollte auf Aufforderung durch medizinisches Personal in einem Behandlungszimmer einer Klinik o n a n i e r e n. Das bediente eine meiner schon lange ersehnten Fantasien. Jetzt endlich sollte das wahr werden! Meine Freude war groß. Die Frage, ob ich ganz richtig war im Kopf, spielte nie eine Rolle in meiner Begeisterung für solches Geschehen. Ich sagte mir: Meine diesbezügliche Neigung schadet weder mir noch anderen - also lebe es! Inzwischen habe ich festgestellt, dass ich mit solchen Fantasien gar nicht so allein bin, wenn auch Darstellungen solcher Szenarien selten sind. Meist geht es auf entsprechenden Seiten um Sex m i t dem Arzt, nicht um Masturbation in seinem Auftrag, in seiner Gegenwart. Die Vorstellung von Sex m i t einem Arzt erregte mich nie. Mir ging es immer nur darum, dass mein Genital im Zentrum der Aufmerksamkeit des Personals stand und ich zu masturbieren hatte.
So realitätsfern erschien mir das gar nicht. War nicht jede Vorhaut-Untersuchung mit dem Freilegen der Eichel verbunden? War es nicht plausibel, dass der Arzt die Beweglichkeit der Vorhaut auch am versteiften Penis beurteilen wollte? Muss eine Erektion nicht meist durch masturbatorische Bewegungen herbeigeführt werden? Mit diesen Gedanken und tagelanger Abstinenz bereitete ich mich auf den ersten Termin vor.