Das Spermiogramm
Einleitung. Der Fetisch
Wer kann schon die Ursachen für einen Fetisch herausfinden? Auch ich kann das für meinen Fetisch nicht. Es ist einfach so: Es erregt mich die Vorstellung, in eine Klinik bestellt zu werden, um mich dort irgendwelchen medizinischen Untersuchungen im Genitalbereich zu unterziehen.
Schon die Vorstellung vom Aufenthalt im Wartezimmer mit der Gewissheit des Kommenden versetzt mich in einen magischen Zustand. Das Aufgerufenwerden, in der Folge das notwendige Entkleiden, das Präsentieren meiner Nacktheit vor fremden Personen im hellen Licht des Sprechzimmers , die stattfindende Befragung, die unvermeidliche Erektion vor den Augen des Personals – all das sind Vorstellungen, denen ich mich zeitlebens immer wieder hingab. Sie gipfelten in der angeordneten Masturbation im Behandlungszimmer.
Vielleicht wurde der Keim dazu in meiner frühesten Kindheit gelegt, als mir ein Stück Vorhaut entfernt wurde, um eine vermeintliche Phimose zu korrigieren. Mein Fetisch trifft die Merkmale dieses Erlebnisses: Es fand im medizinischen Umfeld statt einschließlich eines gewissen Ausgeliefertseins, und im Zentrum der Aufmerksamkeit stand mein Genital. Erinnern konnte ich mich daran nie, aber es wird Eindrücke hinterlassen haben, die zeitlebens nachwirken. Die Aufmerksamkeit der Erwachsenen war damals auf meinen Penis fokussiert, auf seine Phimose und die frühzeitig geforderte Beweglichkeit meiner Vorhaut.
Auf die Möglichkeit, die Vorhaut zurückziehen zu können, ist von meiner Mutter schon in den frühen Jahren meines erinnerbaren Lebens großer Wert gelegt worden. Das hatte zu entsprechenden „Übungen“ geführt, bei denen ich zuerst nur das Großwerden meines Penis interessant fand, die mich aber sehr bald auch zur Masturbation brachten. Es stellten sich Fantasien von einer medizinisch verordneten Masturbation ein, und diese gehörten bald zu meinem Standard-Repertoire an erregenden Vorstellungen, die so manche Masturbation begleiteten. Viel später noch hatte mir dafür genaue Szenarien ausgedacht, meine Umgebung mit entsprechenden Requisiten ausgestattet, ich hatte für gutes Licht gesorgt, um mich dann in beim Onanieren in „medizinscher Umgebung“ zu fotografieren und zu filmen.
Ein Teil der Inhalte dieses Fetisch sollte zweimal in Erfüllung gehen.