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Der Unfall

Behandlunfgsplanung

Gemeinsam setzten sie sich an den Tisch. „Ja Mensch, da hat es dich ja echt erwischt. Aber das kriegen wir wieder gut hin. Aber die Notfallbehandlung sieht ja furchtbar aus- was für ein Grobmotoriker ist dann da über dich hergefallen?“ Philipp berichtet von seinem Erlebnis in der Zahnklinik und der Freude, der ihr ehemaliger Studienkollege offensichtlich dabeihatte, ihn zu quälen. Nur seinen Albtraum erwähnt er nicht. „Was für ein Arschloch. Und behandeln kann er offensichtlich immer noch nicht. Talentfrei bleibt talentfrei. Kein Wunder, dass der immer noch dort rumhängt- ohne Perspektive. Aber wie dem auch sei. Gut, dann lass uns mal durch die Bilder schauen.“ Sami zieht ein Tablet hervor und beginnt durch die Bilder zu scrollen, um am Ende eine 3D Ansicht von Philipps Kiefer zu präsentieren. „Also, der 21 war ja avital, das gibt ganz klar eine Endo, ist aber nicht ganz so akut. Erstmal muss der Zahn wieder in die richtige Position gebracht und geschient werden. Dann sehen wir auch den Lockerungsgrad. Beim 11 sehe ich mal keine Wurzelfraktur, daher würde ich gern versuchen, den vital zu halten. Dann müssen wir aber zügig handeln, da ist das Zeitfenster eher eng wie du weißt. Bei den anderen Zähnen mit herabgesetzter Vitalität warten wir ab, auch den 5er lassen wir erstmal in Ruhe, solange er stumm bleibt. Im besten Fall ist der nur durch die Behandlung beleidigt. Aber schau mal hier vorn im Bereich der Lippe- da ist ein Fremdkörper, vielleicht ein Zahnfragment? Das würde zumindest die Schwellung erklären. Da müssen wir also auch fix ran- lass mich mal kurz was abklären.“ Sami verschwindet und lässt Philipp allein. Puh, erstmal etwas durchatmen. Also eine klassische Wurzelbehandlung irgendwann später, eine Teilentfernung des Nervs am abgebrochenen Zahn, die Fremdkörperentfernung und noch die neue Schienung. In etwa das, was er befürchtet hat. Tolle Aussichten… Rasch schreibt er Jan eine Nachricht: „Sollte demnächst fertig sein“, was dieser mit einem Daumen nach oben quittiert. Er bemerkt gar nicht, wie Sami wieder den Raum betritt. „Super Nachrichten. Ich konnte etwas umschieben und wir können direkt morgen um 7.00 Uhr starten. So früh fange ich nur für gute Freunde an“, grinst er. MORGEN FRÜH um 7.00 Uhr? In Philipp zieht sich alles zusammen- das sind ja gerade einmal 10 Stunden Gnadenfrist… gequält schaut er seinen Freund an, der ihm nochmal versichert, dass sie das alles gut hinbekommen werden und ihn Richtung Anmeldung lotst. „Hey Papa, bist du fertig?“ hört er Jans Stimme. „Ja, wir können gleich los. Sami, das ist mein Sohn Jan. Quält sich gerade durchs achte Semester“, antwortet Philipp. „Also noch ein so ein Bekloppter. Schön dich kennenzulernen. Ich bin Sami.“ Die beiden beginnen gleich eine Unterhaltung, während Philipp noch verschiedene Formulare unterschreiben muss. Schließlich hat die Dame an der Anmeldung alles zusammen: „Gut Herr Dr. Merten, dann bis morgen früh- bitte direkt um 7 Uhr da sein.“ „Moment, du bekommst noch was von mir,“ unterbricht Sami seine Unterhaltung mit Jan. Er kramt ein einem Schrank und zieht zwei Schachteln hervor. „Antibiose, Schmerzmedikamente, dann natürlich noch die übliche Mundspülung.“ Das Ganze steckt er in eine glitzernde pinke Einhorntüte. „Jetzt hätte ich fast das Wichtigste vergessen“, breit grinsend greift Sami in eine Kiste und steckt noch ein Spielzeug aus der Schatzkiste hinein. Er drückt Philipp die Tüte in die Hand, der sich nun auch das Grinsen nicht mehr verkneifen kann. Sami halt. Sie wenden sich zum Gehen. „Ach, und Philipp“- er dreht sich nochmal um- „schön, dass wir uns in nächster Zeit mal wieder öfter sehen!“