Ein Date mit Folgen
Game Over
Schnell steht er vom Stuhl auf. Er bemerkt noch, wie Hitze und Übelkeit in seinem Körper aufsteigen, versucht aber, sich zusammenzureißen. Bloß nicht übergeben. Das nächste, was er merkt, ist Jan, der ihm schmerzhaft über das Brustbein reibt. Er öffnet die Augen und sieht Amelie besorgt über ihn gebeugt. “Papa, er ist wieder wach. Ich denke, wir brauchen erstmal keinen Rettungsdienst”, ruft Jan über seine Schulter. “Bist du dir sicher?” Philipp kommt mit einem Notfallrucksack wieder in den Behandlungsraum geeilt und schaut besorgt. Amelie legt seine Beine hoch auf einen Stuhl. “Ja, ich messe mal den Blutdruck und dann schauen wir.” Max merkt, wie ihm eine Manschette um den Oberarm gelegt wird. Er ist immer noch total k.o. Er greift sich an den Hinterkopf und hat etwas Blut an der Hand, was Jan sofort bemerkt. “Ok, das schaue ich mir gleich an. Der Blutdruck ist bei 70, also kein Wunder, dass du hier auf dem Boden liegst… Achtung, gibt mal einen Stich in den Finger.” Max nimmt dies nur am Rande wahr. “Ok, der Zucker ist auch sehr niedrig. Hast du heute schon irgendwas gegessen oder getrunken?” Max schüttelt den Kopf. Jan leuchtet ihm in die Pupillen und schaut sich derweil die Wunde an seinem Hinterkopf an: “Na gut, das ist nicht so dramatisch. Hast du Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit?” “Kopfschmerzen nicht, aber ein wenig schwindelig und übel ist mir immer noch. Aber was ist überhaupt passiert?”
“Du hast uns einen ziemlichen Schrecken eingejagt”, schaut Amelies Vater ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an, “Du bist aufgestanden, ein paar Schritte gegangen und dann lagst du auf dem Boden und hast für eine Minute die Augen zu gehabt." “Und den Kopf hast du dir auch angeschlagen”, fügt Amelie hinzu, “und weiß wie eine Wand bist du.” Sie legt ein Kühlpack auf die Beule an seinen Kopf. Max will schnell wieder aufstehen, es ist ihm sehr peinlich, dass er jetzt auch noch zusammengeklappt ist. Aber kaum hat er sich aufgerichtet, kommt der Schwindel zurück und er sinkt zurück auf Amelies Schoß.
“Was meinst du?", schaut Philipp Jan fragend an, “doch Krankenhaus?” “Nein, auf gar keinen Fall”, protestiert Max- das wäre ja noch schlimmer, hier am Ende abtransportiert zu werden. “Naja, das mit dem angeschlagenen Kopf ist halt immer so eine Sache, aber ich denke, wir können ihn ein paar Stunden beobachten und dann sollte das passen", beginnt Jan, einige Sachen aus dem Notfallkoffer zu nehmen. “Also, du brauchst vor allem Flüssigkeit. Und da Trinken in den nächsten Stunden nicht so funktionieren wird, lege ich dir jetzt eine Infusion.” Geschickt legt er einen Zugang in Max Ellenbeuge. “So, das lassen wir erstmal im Schuss einlaufen”, und dreht mit diesen Worten die Infusion auf. Zu Max, der ihn mittlerweile etwas fragend anschaut, meint er: “Ich habe vor dem Studium eine Ausbildung zum Notfallsanitäter gemacht. Zu schlechtes Abi. Aber ist manchmal gar nicht so unpraktisch”, sagt er mit einem Grinsen. “So, der Blutdruck ist etwas besser, was meinst du, sollen wir mal versuchen aufzustehen? Aber langsam!” Max fühlt sich mittlerweile auch etwas besser. Gestützt von Amelie und Jan wird hinüber ins Haus und auf das Sofa im Wohnzimmer platziert. Philipp drückt ihm etwas Traubenzucker in die Hand, den sich Max umständlich in seinen noch tauben Mund steckt. “Also, wir schauen jetzt mal, wie es dir in den nächsten Stunden geht. Aber eins ist klar, nach Hause gehst du über Nacht nicht”, sagt Jan streng zu ihm. Max runzelt die Augenbrauen und will gerade protestieren, als Amelie meint: “Unbedingt. Ich bleibe erstmal bei Ihm.” “Ok. Sag mir Bescheid, wenn irgendwas ist oder die Infusion leer ist. Dann hänge ich nochmal einen Beutel an”, verabschieden sich Jan und Philipp erstmal. Max ist mit Amelie alleine. Mit einem feuchten Tuch wischt sie ihm die Stirn ab. Max setzt an sich aufzusetzen und zu beteuern, wie peinlich ihm der ganze Morgen ist. Doch sie hält ihn zurück. “Pst”, meint sie, “leg dich zurück und mach die Augen zu. Reden können wir später.” Amelie gibt ihm einen kleinen Kuss auf die Stirn und hält seine Hand fest. Gar nicht so schlecht, denkt sich Max und macht die Augen zu. Er merkt, wie das Adrenalin langsam seinen Körper verlässt und er todmüde ist.
mega, danke für so eine ausgiebige Stor…
Ich habe zwei lose Ideen für die nächst…
Ich kommentiere Geschichten nie, aber d…
Ich finde insgesamt hast du das toll un…